Globale Marke geplant: T-Mobile soll endlich an die Börse

Globale Marke geplant
T-Mobile soll endlich an die Börse

Der dritte Versuch soll der letzte bleiben: Die Deutsche Telekom hält an ihren Börsenplänen fest. Aktien der Mobilfunksparte T International-Mobile sollen in diesem Jahr platziert werden, bekräftigte Kai-Uwe Ricke, im Telekom-Vorstand für den Mobilfunk verantwortlich. Zwar stehe der genaue Zeitpunkt für diesen Schritt noch nicht fest, es bestehe aber kein Zweifel mehr, dass der Börsengang in diesem Jahr angestrebt werde, sagte Ricke.

slo BONN/DÜSSELDORF. Als Termine kommen die traditionell börsenfreundlichen Monate Juni oder November in Frage. "Wir werden uns nicht unter Preis verkaufen", unterstrich Ricke angesichts der schlechten Stimmung für Telekom-Papiere. Aktien der Deutschen Telekom stehen seit langem unter Druck. Die Mobilfunktochter gibt sich zuversichtlich, dass der für dieses Jahr geplante Börsengang ein Erfolg wird: "Wir glauben, dass wir ein Highlight in einem schwachen Umfeld bilden können", ist sich Ricke sicher.

Zwei Mal hat die Telekom den Gang aufs Parkett bereits verschoben. Zuletzt war dies im Sommer vergangen Jahres der Fall - wegen der schlechten Börsenstimmung.

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will die Telekom vor allem ihren hohen Schuldenstand reduzieren. Die Verbindlichkeiten von 65,2 Mrd. ? sollen bis Jahresende auf 50 Mrd. ? sinken. Ziel sei es aber auch, eine Akquisitionswährung zu schaffen und "uns damit für die Konsolidierung fit zu machen", betonte der Telekom-Vorstand.

Die Mobilfunksparte braucht zudem finanziell langen Atem, um die Durststrecke bis zum Start der neuen Technik UMTS zu überdauern. Der deutsche Marktführer dämpft Erwartungen an die neue Technik: Zwar beginnt die Telekom bereits in diesem Jahr mit dem Aufbau eines UMTS-Netzes, kommerziell soll der Mobilfunk der dritten Generation aber erst im dritten Quartal 2003 starten. "Wir werden mit UMTS an den Markt gehen, wenn die Technik, die Verfügbarkeit der Endgeräte und der Dienste unseren Ansprüchen genügen", sagte René Obermann, Europachef von T International. -Mobile Damit rechnet er erst im Sommer nächsten Jahres. Wesentliche Umsätze mit UMTS erwartet er im Jahr 2004. Dann sollen 10 % der T-Mobile-Kunden die neuen Dienste nutzen.

Bislang hatte die Telekom den genauen Termin für die UMTS-Einführung offen gelassen, als Starttermin jedoch den Jahresbeginn 2003 signalisiert. Die Konkurrenten wollen schneller sein: Vodafone D2, Nummer zwei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, sowie Mobilcom wollen den Startschuss für die neue Technik bereits im dritten Quartal 2002 geben. Viag Interkom hat dagegen den Anfang 2003 angepeilt. E-Plus gibt noch keinen konkreten Zeitpunkt an. "Wir werden aber 2003 starten", heißt es.

Experten halten die T-Mobile-Pläne für realistisch. Denn die technischen Probleme mit UMTS, das eine Vielzahl von Datendiensten per Handy möglich machen soll, sind noch nicht gelöst. Mit 67 Millionen Kunden weltweit gehört T International-Mobile neben Vodafone und NTT Docomo zu den größten Mobilfunkern.

Aus Voicestream soll T-Mobile werden

Um für Investoren attraktiv zu werden, konzentriert sich das Management verstärkt auf zwei Ziele: Profitabilität steigern und die Integration der verschiedenen Beteiligungen vorantreiben. Ricke: "Wir werden schließlich am Ende daran gemessen, wie viel Cash wir produzieren."

Analysten sehen noch viele Fragezeichen hinter dem Zeitpunkt des T-Mobile-Börsengangs. "Das muss ein Erfolg werden", sagt Joeri Sels vom Bankhaus Julius Bär, "was voraussetzt, dass die Bewertung des Unternehmens stimmt." Die sehen Analysten bei etwa 70 bis 85 Mrd. ?. "Das Börsenumfeld ist aber noch nicht reif genug, um mindestens eine Bewertung von 65 Mrd. ? zu erreichen", so Sels. Die Telekom will einen T-Mobile-Anteil von 10 bis 20 % aufs Parkett bringen und hofft auf einen Erlös von 10 Mrd. ?.

Unterdessen arbeitet die Telekom-Tochter daran, T-Mobile zu einer globale Marke aufzubauen. Zur Mitte dieses Jahres wird das Unternehmen in den europäischen Ländern mit Mehrheitsbeteiligungen (Deutschland, Österreich, Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Kroatien) und den USA erstmals mit dem gemeinsamen Markennamen T-Mobile auftreten. Damit hat sich die Mobilfunksparte der Deutschen Telekom für eine ähnliche Strategie entschieden wie die Konkurrenz: Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone plc. will ebenfalls eine globale Marke etablieren.

In den USA werde die Marke Voicestream mit dem Start eigener Netze in Kalifornien und Nevada im Sommer verschwinden und durch T-Mobile ersetzt, sagte Ricke. In den übrigen US-Bundesstaaten soll der neue Markenname spätestens Anfang 2003 zum Einsatz kommen. Die Telekom hat Voicestream Ende Mai vergangenen Jahres übernommen.

Die deutsche T-Mobile ist hier zu Lande Marktführer mit 23,1 Millionen Kunden. Das Unternehmen schreibt nach Firmenangaben trotz der jährlichen Belastung von mehr als 400 Millionen Euro durch das Geschäft mit dem Mobilfunkstandard UMTS weiter deutlich schwarze Zahlen. Mittelfristig solle jede europäische Beteiligung zu den führenden Anbietern des jeweiligen Landes gehören, sagte René Obermann, Europa-Chef von T-Mobile.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%