Globale Marktführerschaft im Visier
Deutsche Post kämpft gegen das Kurstief

Mit zusätzlichen unternehmerischen Anstrengungen und einer Kommunikationsoffensive will die Deutsche Post AG, Bonn, den auch aus ihrer Sicht unbefriedigenden Aktienkurs beflügeln. Ab sofort werde die Investor-Relations-Arbeit deutlich verstärkt, kündigte der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel am Mittwoch auf der ersten Hauptversammlung nach dem Börsengang in Köln an.

vwd/rtr KÖLN. Zudem werde man im gesamten Konzern durch Synergien "ganz neue Kräfte" frei setzen. Er sei sicher, dass die Fantasie, die in der Logistikbranche und dem in ihr tätigen Post-Konzern stecke, künftig wieder am Kurs der "Aktie Gelb" abzulesen sein werde, betonte Zumwinkel.

Intraday-Chart der

Post

-Aktie

Der aktuelle Aktienkurs der Deutschen Post spiegelt nach Einschätzung des Konzernchefs nicht den Wert und die Zukunftsperspektiven der Gesellschaft wider. Die Post-Aktie habe den schwachen Märkten "ihren Tribut" zollen müssen und sich der Korrektur an den Börsen nicht entziehen können, sagte Zumwinkel am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Köln laut Redetext. "Wir stehen mit der 'Aktie Gelb' nicht da, wo wir stehen wollen. Diesen Zustand akzeptieren wir nicht." So wolle der Konzern in diesem Jahr seine Rekordzahlen vom Vorjahr übertreffen. Von der weltweiten Konjunkturabschwächung sieht Zumwinkel die Post weniger betroffen als andere Konzerne. Die im Deutschen Aktienindex (Dax) gelistete Post-Aktie notierte am Mittwochvormittag mit 18,38 ? 0,4 % über ihrem Vortagesschluss.

Die Hauptversammlung ist die erste der Post seit ihrem Börsengang. Zum Stückpreis von 21 ? war die "Aktie Gelb" an den Markt gebracht worden, hatten einen Preisnachlass von 50 Cents sowie eine Gratisaktie je 15 bestellte Papiere erhalten. Nach dem Börsendebut kletterten die Titel zeitweise auf mehr als 24 ?, bröckelte dann jedoch deutlich ab. Anfang Mai markierte das Papier mit 17,50 ? seinen vorläufigen Tiefpunkt, und pendelt seither zwischen 18,00 und 19,00 ?.

Zumwinkel hob vor seinen Aktionären das Vorjahreswachstum und die aus seiner Sicht gute Marktpositionierung der Post hervor und zeigte sich optimistisch und kämpferisch für die Zukunft. "Unser Ziel lautet: Wir werden unseren Konzern zur Nummer eins weltweit in der Logistik ausbauen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Mit der Sanierung, Expansion und dem Einstieg in die Globalisierung habe die Post bereits wichtige Schritte auf dem Weg zur Marktführerschaft erzielt. Umsatz und Ergebnis sollen in diesem Geschäftsjahr die Rekordzahlen 2000 übertreffen, als Dividende sei "für die nähere Zukunft" eine Ausschüttungsquote von rund 25 bis 30 % geplant.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Post World Net AG, wie der Konzern offiziell firmiert, ihren Umsatz um rund 46 % auf 32,7 Mrd. ? und ihr Betriebsergebnis um 158 % auf 2,4 Mrd. ? gesteigert. Als Dividende werden 27 Cents pro Aktie vorgeschlagen. Im ersten Quartal 2001 kletterte der Umsatz um zehn Prozent und das Betriebsergebnis um gut vier Prozent. Zumwinkel bekräftigte, die Konzernsparten Logistik, Express und Finanzdienstleistungen weiter steigern und proportional an das nach wie vor dominierende Geschäftsfeld Brief heran führen zu wollen. Die Post verdient mehr als 80 % ihres Gewinns mit der Briefzustellung. Die Bundesregierung will das ursprünglich bis 2002 geltende Monopol der Post für Briefe bis 200 Gramm bis 2007 verlängern.

Als strategische Richtwerte für die Post nannte Post-Chef Zumwinkel die Herausforderungen der Globalisierung - und hier insbesondere des grenzüberschreitenden Transports - den Ausbau zum umfassenden Logistik-Anbieter ("One-Stop-Shopping") sowie den elektronischen Handel. Zudem wolle sich die Post als Dienstleister für "Out-Sourcing", also die Ausgliederung von Unternehmensbereichen etablieren, was im Zuge des weltweit steigenden Wettbewerbs und dem schwachen Wirtschaftswachstum zunehmend an Bedeutung gewinne und Perspektiven schaffe. Aus diesem Grund könne die Post sogar von dem sich abkühlenden internationalen Konjunkturklima profitieren. Zudem werde die Post die Integration ihrer zahlreichen Akquisitionen der jüngsten Vergangenheit vorantreiben.

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