Globalisierung im Sportmarketing
Die NBA entdeckt den chinesischen Markt

Der US-Basketball drängt auf den größten Sportmarkt der Welt - mit Yao Ming.

HB PEKING. Fünf Stunden musste Wang Huan anstehen. Dann ging sein Traum in Erfüllung. In seinen Händen hielt er eine Eintrittskarte zum Vorbereitungsspiel der Houston Rockets gegen die Sacramento Kings. In Peking standen sich die beiden US-Profiteams gegenüber. "Für die meisten Menschen sind sie wie Götter", sagt Wang.

In China ist Basketball-Boom. Die jeweils knapp 20 000 Tickets für die Vorbereitungsspiele in Schanghai und Peking waren in wenigen Stunden ausverkauft. Die Euphorie lässt die Liga-Bosse der NBA aufhorchen. Sie - und mit ihnen zahlreiche Sponsoren - wittern das große Geschäft mit einer Milliarde basketballbegeisterten Chinesen. "In den nächsten 20 Jahren wird die NBA in China mindestens ebenso stark wachsen wie die Wirtschaft insgesamt", sagt NBA-Sprecher David Stern.

Der Vater des chinesischen Basketball-Booms heißt Yao Ming. 23 Jahre, 125 Kilogramm schwer, 2,26 Meter groß. Ein Hüne, der in der vergangenen Saison für seinen Verein Houston Rockets knapp 18 Punkte pro Spiel erzielte. In China ist er ein Star. Auf den Straßen ist sein Trikot allgegenwärtig, von Plakaten wirbt sein Gesicht für den Ausrüster Reebok oder für China Unicom-Handys. Als Kodak in seinen Geschäften einige Tickets für die Vorbereitungsspiele verschenkte, schnellten die Verkäufe in die Höhe. Alle wollten Yao sehen. Yao sells.

Die NBA hat das längst erkannt. Die Liga war schon in den Achtzigerjahren ein Vorreiter der Globalisierung im Sportmarketing. Damals zogen die US-Stars zu Vorbereitungsspielen nach London, Paris, Madrid und Barcelona aus. Sie warben für ihren Sport. Und für ihr Geschäft - mit lizensierten Fanartikeln und Sponsorenverträgen.

Wie wichtig Unterhaltung beim Sport ist...

Jetzt ist China im Visier der NBA- Strategen. Sie setzen auf die aufstrebende Mittelklasse und den Patriotismus, der im Sport seinen Ausdruck findet. Die Zahl ihrer lizensierten Geschäfte im Land will die Liga in den kommenden Jahren verdoppeln. Die NBA verkauft Yao Ming. Und sie sucht schon nach dessen Nachfolger. Zwei Spieler der Guandong Tigers gelten als Kandidaten für den nächsten NBA-Draft, in dem die Vereine sich die Rechte an den jungen Spielern sichern.

Im Schlepptau der NBA ziehen die Sponsoren nach China. Reebok, Pepsi, McDonald?s werden angezogen von einem Markt, der bisher nicht mehr als fünf Milliarden Dollar im Jahr umsetzt mit allem, was irgendwie mit Sport zu tun hat. Zum Vergleich: In den USA liegt der Wert bei rund 200 Milliarden Dollar. Doch die Unternehmen sind optimistisch, dass auch China bald diesen Wert erreichen könnte. "Das wird eine große Geldmaschine", sagt Bruce O?Neil über die Aussichten seines Unternehmens - die United States Basketball Academy bildet in China Basketballtrainer aus.

Damit der Umsatz wächst, ist aber vor allem eines nötig: Sport muss zu Unterhaltung werden. Spiele sind Events, Fans sind Konsumenten. In den USA funktioniert diese Formel. In China dagegen war Wang Huan doch etwas enttäuscht nach dem Vorbereitungsspiel: "Ich glaube, die Spieler haben nicht ihr bestes gegeben." Er wollte Sport sehen.

Alle Informationen über Yao Ming, seinen Spielplan, seine Statistik unter: www.yaoming.net

Quelle: News Frankfurt

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