Globalisierungsgegner inszeniert Haftantritt
Mit dem Traktor ins Gefängnis

Von wegen reuiger Sünder: Auf einem Traktor und von hundert Anhängern begleitet hat sich der französische Globalisierungsgegner José Bové ins Gefängnis aufgemacht.

Wiwo/ap MONTPELLIER. Der schnauzbärtige Schafzüchter sollte am Mittwoch seine Haftstrafe antreten, zu der er wegen der Verwüstung einer McDonald's-Filiale im südfranzösischen Millau verurteilt worden war.

Die Aktion gegen Strafzölle auf französischen Roquefort-Käse in den USA machte Bové 1999 zur Symbolfigur der Globalisierungsgegner in Frankreich. Der Vorsitzende des Bauernverbands "Confédération paysanne" hatte vergeblich vor dem Kassationsgerichtshof seine dreimonatige Strafe angefochten.

Da er bereits kurz in Haft saß, muss Bové eigentlich noch zwei Monate und zehn Tage im Gefängnis Villeneuve-les-Maguelone bei Montpellier absitzen. Möglicherweise profitiert er aber am 14. Juli von der traditionellen Amnestie des französischen Präsidenten zum Nationalfeiertag.

Bové machte aus seinem Haftantritt eine Demonstration gegen die Globalisierung. Am frühen Morgen verließ er auf dem Traktor seinen Hof auf dem Plateau de Larzac. Der von der Gendarmerie begleitete Zug von insgesamt fünf Treckern, 20 Autos und vier Lastwagen legte mit Tempo 30 die 140 Kilometer bis zum Gefängnis zurück. Den Weg hatte Bové am Vortag mit den Behörden abgestimmt. Am Nachmittag trafen er und neun ebenfalls verurteilte Mitstreiter in der Nähe des Gefängnisses ein.

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