Glos erwartet Stoiber-Erklärung
K-Frage vor der Entscheidung

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber will sich während einer Klausur der CSU-Landesgruppe Anfang kommender Woche in Wildbad Kreuth zur Frage der Kanzlerkandidatur äußern.

dpa MÜNCHEN/BERLIN. Das kündigte CSU-Landesgruppenchef Michael Glos am Mittwoch in München an. Er rechne in Kreuth mit einer persönlichen Erklärung von Stoiber zur Kanzlerkandidatur, sagte Glos. Gleichzeitig hielt sich die CDU-Vorsitzende Angela Merkel in einem Brief an die Funktionäre und Mandatsträger ihrer Partei alle Optionen für die Kanzlerkandidatur offen.

Stoiber werde während der Klausurtagung seine Absichten, Pläne und Ziele für das neue Jahr erläutern, sagte Glos. Dazu gehöre selbstverständlich auch die Frage, wer als "Bannerträger der Union" bei der Bundestagswahl antrete. Der Wunsch der CSU-Landesgruppe zu diesem Thema sei bekannt.

Glos betonte jedoch zugleich, die Entscheidung über den Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) werde weder in Kreuth noch bei der anschließenden Klausur der CDU in Magdeburg fallen. Die Frage werde "gemeinsam zwischen CDU und CSU" geklärt. Es sei richtig, die Entscheidung "noch im Januar abzuschließen". Dann könne sich die Union wieder der Sacharbeit zuwenden.

Merkel schrieb in dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Brief: "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir es richtig gemacht haben, die Kanzlerkandidatenfrage für die Bundestagswahl bis ins Wahljahr hinein offen zu lassen." Ebenso fest sei sie davon überzeugt, dass die Union die rot-grüne Bundesregierung bei der Wahl am 22. September ablösen könne, wenn auf der "Zielgeraden unserer Entscheidung über den Kanzlerkandidaten keine Fehler" gemacht würden.

In der Kandidatenfrage, die seit Monaten die Union bewegt, würden sowohl sie als auch Stoiber ihre Verantwortung als Parteivorsitzende kennen. "Wir wissen, dass es um mehr geht, als um das bloße Vertrauen auf wöchentliche Wasserstandsmeldungen von Prognosen und Umfragen in einer schnelllebigen Zeit", heißt es in dem Schreiben. Es gehe auch um mehr als um "persönliche Eitelkeiten". Stoiber lag in den vergangenen Wochen bei den Umfragen über den aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten der Union meistens vor Merkel.

"Ich bin fest entschlossen, gemeinsam mit Edmund Stoiber den Führungsgremien von CDU und CSU in diesem Geist einen Vorschlag dazu zu machen, wer die Union 2002 in die Bundestagswahl führen wird", schrieb Merkel weiter. Der Union müsse es im Wahljahr gelingen, den Menschen die Alternative zu Schröder und seiner rot-grünen Bundesregierung überzeugend anzubieten. CDU und CSU könnten nur gemeinsam gewinnen, heißt es in dem Merkel-Brief.

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