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Glossar zu Fonds-Besteuerung

Ausschüttungsgleiche Erträge: Bei ausländischen, thesaurierenden Fonds werden Zwischengewinne am Ende des Geschäftsjahres in ausschüttungsgleiche Erträge (AGE) gewandelt. Der Anleger muss sie jedes Jahr in der Einkommensteuererklärung angeben. Freistellungsauftrag: Bis zur Höhe des Sparerfreibetrages von 3100Mark (inklusive 100Mark Werbungskostenpauschale) können Singles und bis zu 6200Mark Verheiratete ihrer Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. In dieser Höhe bleiben Zinsen und Dividenden steuerfrei. Außerdem wird das Guthaben auf die Körperschaftsteuer (KSt) in Höhe von drei Siebteln der Dividende vergütet.

Halbeinkünfteverfahren:

Das Halbeinkünfteverfahren gilt seit Jahresbeginn, wirkt aber in den meisten Fällen erst ab dem Jahr 2002. Dann unterliegen nur noch die Hälfte der Dividenden und der Veräußerungsgewinne, die innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist angefallen sind, dem persönlichen Einkommensteuersatz. Das gilt allerdings nicht für Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen. Mit dem neuen Verfahren entfällt zudem die KSt-Gutschrift. Die KSt beträgt jetzt einheitlich 25 Prozent (vorher 40 Prozent auf einbehaltene und 30 Prozent auf ausgeschüttete Gewinne). Da Dividenden rückwirkend für das vergangene Geschäftsjahr gezahlt werden, unterliegen die 2002 für 2001 gezahlten Dividenden deutscher Gesellschaften erstmals im nächsten Jahr dem neuen Verfahren. Schon ab 2001 können sich allerdings Anleger freuen, die Dividenden von ausländischen Unternehmen beziehen, deren Aktien sie direkt halten. Diese Dividenden unterliegen schon jetzt dem Halbeinkünfteverfahren.

Nichtveranlagungs- Bescheinigung: Anleger, deren Einkünfte jährlich voraussichtlich 14093 Mark nicht übersteigen, können bei ihrem Finanzamt eine NV-Bescheinigung beantragen. Sie erhalten ihre Erträge dann ohne Zinsabschlag ausgezahlt; die KSt wird vergütet.

Stückzinsen: Zinsen, die bei festverzinslichen Wertpapieren seit dem letzen Zinstermin aufgelaufenen sind, heißen Stückzinsen. Sie werden bei Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zwischen den Zinsterminen miteinander verrechnet. Stückzinstopf: In diesem Konstrukt werden die vereinnahmten und gezahlten Zwischengewinne zur Feststellung der ZASt miteinander verrechnet.

Thesaurierende Fonds: Thesaurierende Fonds schütten ihre Erträge nicht aus, sondern investieren sie wieder. Dadurch entsteht ein Zinseszinseffekt. Im Gegensatz zu den ausschüttenden Fonds werden bei den jährlichen Erträgen nicht nur Zinsen sondern auch Dividenden dem Stückzinstopf belastet. Wenn der Fonds am Ende des Geschäftsjahres für Anleger, die ihre Sparerfreibeträge überschritten haben, ZASt und Soli abführt, mindert sich dadurch automatisch der Anteilspreis.

Zwischengewinn: Seit 1994 werden auch Kapitalerträge, die Fondsanleger zwischen zwei Ausschüttungsterminen vereinnahmen-der so genannte Zwischengewinn- besteuert. Der Zwischengewinn unterliegt beim Verkauf von Anteilen der ZASt. Beim Kauf von Anteilen gezahlte Zwischengewinne werden mit beim Verkauf vereinnahmten verrechnet bzw. in der Einkommensteuererklärung steuermindernd berücksichtigt. Fondsgesellschaften veröffentlichen börsentäglich den steuerpflichtigen Zwischengewinn, zusätzlich zum Rücknahmepreis. pbs

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