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Glück im Unglück?

Glück im Unglück? Das war es nicht wirklich. Aber immerhin erholten sich die Indizes am Donnerstag bis zum Handelsschluss ein wenig von ihren gröbsten Verlusten. Nachdem allein 206 Unternehmen neue Tiefstände testeten, ließen sich einige Anleger nicht lange bitten, und stiegen wieder ein. Der Nasdaq Index schloss dennoch mit einem Minus von vier Prozent. Der Dow verabschiedete sich mit zwei Prozent Verlust aus dem Rennen.

Die Gewinnwarnungen von Gateway und Altera sorgten am Donnerstag für allgemeine Verkaufsstimmung. Die Sorge über das geringe Wirtschaftswachstum, Abstufungen der Analystenhäuser und pessimistische Kommentare verdarben sowohl Unternehmen als auch Investoren gehörig die Laune.



Die Analysten von Lehman Brothers ließen sich nicht lumpen und feuerten Abstufungen. Es seien keine unternehmensspezifischen Probleme, die es dem Computersektor schwer machten. Im Gegenteil: Es handle sich um makroökonomische Faktoren, die die Unternehmen und den Sektor unter Druck setzten. Die Formel: Global abflauende Wirtschaftswachstum= sinkende Nachfrage nach Computern. Das weltweit sinkende Bruttoinlandsprodukt und sinkenden Konsumentenausgaben sind Indikatoren genug.



Die Entwicklung sei bereits seit Sommer zu beobachten, so die Analysten. Hohe Lagerbestände wirkten sich zudem negativ auf den Sektor aus und belasteten die Ergebnisse des ersten Quartals 2001. Die Experten stuften Intel, Micron Technology, Compaq und Dell von "kaufen" auf "outperform" ab. AMD korrigieren sie von "outperform" auf "neutral".Gateway, Compay, Dell, Apple und Hewlett-Packard notierten zwischenzeitlich auf ihren 52-Wochen-Tiefständen.



Schlechte Nachrichten bei Chip- und Computerwerte zogen die Aktien der Computersoftware- und Kommunikations-Equipment-Hersteller in den Sog. Finanz- und Einzelhandelsaktien gehörten am Donnerstag ebenfalls zu den ungeliebten Kindern. Glasfaserwerte hatten es nicht einfacher. Rund ein Drittel der 30 Dow-Werte schafften es bis Handelsschluss in die Gewinnzone. AT&T, United Technologies und Johnson & Johnson gehörten zu den Gewinnern. Auf das Siegertreppchen schafften es - am Tag mit dem zweitgrößten Handelsvolumen seit bestehen der Nasdaq - Oracel, Veritas und Juniper Networks. Obwohl das Jahr 2000 nicht vorbei ist, gehört man nicht zu den Mutigen, bereits heute zu behaupten, dass es für den Technologieindex das schlechteste Jahr seit seines Bestehens seit 1971 gewesen sei.



Amazon

verlor rund acht Prozent an Wert, nachdem am Donnerstag bereits zum zweiten Mal in einer Woche der Server down war. Der Verkauf über die Seiten fiel für rund 15 Minuten aus. Gerade in der nun beginnenden Weihnachtszeit können solche Ausfälle zu hohen Einnahmeausfällen und Vertrauensverlusten seitens der User führen. Am vergangenen Freitag war die Seite bereits einmal für dreißig Minuten nicht verfügbar. Während ebay ebenfalls mit Kursverlusten aus dem Handel ging, konnte sich Yahoo vor Handelsschluss von den Verlusten erholen.



Einziger Lichtblick am Donnerstag waren die guten Quartalszahlen bei Brocade. Der Hersteller von Datenspeichern hat am Mittwoch nach Börsenschluss Ergebnisse gemeldet. Im vierten Quartal konnte der Gewinn mit 22 Cents pro Aktie die Schätzungen um zwei Cents schlagen. Im vergleichbaren Vorjahresquartal konnte dagegen nur ein Gewinn in Höhe von drei Cents pro Aktie erwirtschaftet werden. Der Umsatz von 27,2 Millionen Dollar stellte die Anleger mehr als zufrieden. Für das Jahr 2001 erwartet Brocade ein Umsatzwachstum in Höhe von 150 Prozent. Die Brocade-Aktie notiert auch im sehr schwachen Marktumfeld am Mittwoch Mittag mit fünf Prozent im Plus. Die Analystenhäuser Morgan Stanley, Deutsche Banc Alex Brown und First Albany stufen die Aktie daher auch mit "aggressiv kaufen" ein.



Die Einzelhandelswerte hatten kein einfacheres Leben. Sorgenkind GAP warnte die Anleger vor schlechten Quartalszahlen. Die größte US-Bekleidungskette klagt bereits zum zweiten Mal in Folge übereine rückläufige Gewinnentwicklung. GAP unterrichtete die Anleger gestern nach Handelsschluss, dass die Umsatzzahlen im November um ein Prozent zurück gingen. Gerade die Verkaufszahlen bei den Tochterunternehmen Banana Republic und Old Navy haben der größten Bekleidungskette der USA geschadet. Wal Mart notiert ebenfalls schwächer.



Gute Nachrichten gibt es dafür von Juniper Networks und Ericsson. Der Netzwerkhersteller Juniper und das Mobilfunkunternehmen Ericsson gaben bekannt, künftig zusammen zu arbeiten. Im Rahmen des Joint Ventures wird eine Technik für die mobile Vernetzung entwickelt, die exklusiv von Ericsson vertrieben wird. Diese ist sowohl für Internetservice-Provider als auch für Mobilfunknetz-Betreiber interessant. Bereits am Dienstag hat James Parmelee vom Analystenhaus Credit Suisse First Boston die Juniper Aktie mit "aggressiv kaufen" bewertet.

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