Glück nach dem Zittern
VfB Stuttgart greift nach den Sternen

Hochklassig war das Champions League Spiel des VfB Stuttgart gegen Manchester United. Die Stuttgarter besiegten den reichsten Club der Welt durchaus verdient mit 2:1.

HB STUTTGART. Mit einer abgeklärten und über weite Strecken hochklassigen Leistung besiegten die "jungen Wilden" im heimischen Gottlieb-Daimler-Stadion die Startruppe des englischen Fußball-Meisters mit 2:1 (0:0) und glich sein Punktekonto in der Gruppe E aus. Imre Szabics (50. Minute) und Nationalspieler Kevin Kuranyi (52.) mit seinem zweiten Tor in diesem Wettbewerb brachten die "armen Schwaben" gegen den reichsten Club der Welt in Führung. Ruud van Nistelrooy konnte per Foulelfmeter (67.), den Keeper Timo Hildebrand an Ronaldo verschuldete, nur noch verkürzen. Fernando Meira vergab in der 80. Minute einen Strafstoß.

Vor 50 348 Zuschauern im ausverkauften Daimler-Stadion trumpften die Schwaben ohne Scheu und Ehrfurcht vor den großen Namen des Champions-League-Siegers von 1999 auf. Die Premiere auf eigenem Platz und dann gleich gegen ManU - das flößte den Youngstern von Trainer Felix Magath zwar Respekt ein. Doch die in der Bundesliga noch immer Gegentor-losen Schwaben zeigten, dass sie aus dem 1:2 bei den Glasgow Rangers schnell gelernt haben.

Magath vertraute auf die Erfolgs-Formation der vergangenen Wochen. Auch Szabics war dabei, obwohl er sich im Abschlusstraining eine Innenband-Dehnung zugezogen hatte. Auf der linken Seite bekam der 19- jährige Philipp Lahm wiederum den Vorzug vor Heiko Gerber. Sir Alex Ferguson bot im Mittelfeld die Altstars Paul Scholes und Roy Keane auf. Davor spielten Ryan Giggs und der dreifache Torschütze vom Ligaspiel in Leicester, Nistelrooy.

"Wir haben keine Furcht vor ihm", sagte Magath. "Wir können uns auf unsere Innenverteidigung mit Fernando Meira und Marcelo Bordon verlassen. Da brennt nichts an." Der Niederländer tat sich in der Tat äußerst schwer. Nicht so Szabics, der nach einer Maßflanke von Horst Held das von Tim Howard glänzend gehütete Tor des 15-maligen englischen Meisters nur knapp verfehlte.

Tim Howland hütete das Tor

Der Amerikaner, der Weltmeister Fabien Barthez verdrängt hat, leistete sich nach nur 70 Sekunden der zweiten Hälfte allerdings einen bösen Patzer, der aber ohne Folgen blieb. Dann aber kam es knüppeldick für den 24-Jährigen. Auf Vorarbeit von Lahm und unter Mithilfe von Verteidiger Rio Ferdinand kam Szabics an den Ball und verwandelt an Keeper Howard vorbei aus 16 Metern ins lange Eck.

Nur zwei Minuten später versetzte Kuranyi die Stuttgarter Zuschauer in kollektiven Fußball-Rausch. Nach Pass von Aliaksandr Hleb leitete Szabics weiter auf Kuranyi, der den Ball unter die Latte bugsierte. Ferguson schäumte, hielt sich aber britisch unterkühlt zurück. Ungestüm ging dagegen VfB-Torhüter Hildebrand in der 66. Minute zu Werke und brachte Ronaldo im Fünfmeter-Raum zu Fall. Den Strafstoß verwandelte van Nistelrooy souverän zu seinem 34 Europacup- Tor. Meira machte es in der 80. Minute weniger souverän. Nach Foul von Ferdinand an Kuranyi fand er in Howard seinen Meister. Danach begann das große Zittern - aber diesmal hatte der VfB Glück.

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