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GM hat laut Studie ein Europa-Werk zu viel - ungewisse Saab-Zukunft

Der US-Autokonzern General Motors kommt einer Studie des Brancheninstituts B & D Forecast zufolge um eine Werksschließung in Europa nicht herum. Die Produktion von Mittelklasse-Fahrzeugen (Epsilon-Plattform), vor allem bei Saab und Opel, sei der große Verlustbringer von GM Europe. Allein für Saab sagen die Experten einen Jahresverlust von etwa 300 Mill. € voraus.

dpa-afx FRANKFURT. Der US-Autokonzern General Motors kommt einer Studie des Brancheninstituts B & D Forecast zufolge um eine Werksschließung in Europa nicht herum. Die Produktion von Mittelklasse-Fahrzeugen (Epsilon-Plattform), vor allem bei Saab und Opel, sei der große Verlustbringer von GM Europe. Allein für Saab sagen die Experten einen Jahresverlust von etwa 300 Mill. ? voraus.

"Die GM-Europe Problemkinder sitzen in Rüsselsheim und Trollhättan. In beiden Werken betragen die Kapazitätsauslastungen unter 60 %", sagte B & D-Chef Ferdinand Dudenhöffer am Freitag. Beide Werke könnten nur durch eine nachhaltige Sanierung die Verlustzone verlassen. Eine Alternative sei die Verlagerung der schwedischen Saab-Produktion ins Opel-Werk Rüsselsheim. GM will in Europa in dreistelliger Millionenhöhe Kosten sparen.

Standort Schweden Billiger

Allerdings seien in Hessen die Arbeitskosten rund 45 % höher als in Schweden. "Da die Autohersteller mit etwa 15 % Personalkostenanteil an den Gesamtkosten arbeiten, ist das Rüsselsheimer Auto um knapp 5 % teurer als das Schweden-Auto", sagte Dudenhöffer.

Bei der von GM geplanten Konzentration der Mittelklassewagen-Produktion auf einen Standort soll laut Presse Rüsselsheim dennoch die Nase vorn haben. GM-intern gelte als sicher, dass Rüsselsheim den Zuschlag für die Produktion der nächsten Generation (2008) von Opel Vectra und Saab 9-3 erhalte, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitagausgabe).

Verfehlte Saab-Modellpolitik

Dudenhöffer kommt zu dem Schluss, dass Saab wegen verfehlter Modellpolitik der größte Verlustbringer für GM geworden sei. Zwischen 1995 und 2003 habe Saab in den USA jährlich nie die 50.000er-Absatzmarke überspringen könnnen, bei einem Gesamtmarkt von knapp 16,4 Mill. Fahrzeugen. Im Gegensatz dazu hätten Wettbewerber wie Jaguar, Audi und BMW ihre US-Verkäufe deutlich ausgebaut. Saab verharre in seiner Nische und werde 2004 nur 125 000 Autos weltweit absetzen. "GM bleibt nichts anders übrig, als den Sanierungsfall Saab grundlegend zu lösen", meinte Dudenhöffer.

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