GM und JP Morgan belasten den Markt: Wall Street fester erwartet

GM und JP Morgan belasten den Markt
Wall Street fester erwartet

Nach dramatischen Kursverlusten zur Wochenmitte sieht es am frühen Donnerstagmorgen so aus, als könne der Markt wieder Boden gut machen. Zahlreiche Unternehmen meldeten am Morgen bessere Quartalsergebnisse als erwartet. Der S&P 500 steht vorbörslich mit acht Punkten im Plus, die Futures auf den Dow klettern um 80, die auf die Nasdaq um acht Zähler.

Während das schwache Ergebnis von JP Morgan gestern die Märkte belastet hatte, könnte Branchenführer Citigroup dem Handel heute Kraft geben. Die größte US-Bank weist für die letzten drei Monate trotz der katastrophalen Enron-Pleite und der Wirtschaftskrise in Argentinien einen Gewinn von 74 Cent aus, einen Cent mehr als die Wall Street erwartet hatte. Um 20 Prozent sei allein das Geschäft mit Privatkunden gestiegen, gibt das Haus bekannt. Die Aktie notiert vor der Glocke mit einem Prozent im Plus.

Mit General Electric und United Technologies haben am Morgen auch zwei der größten Industrie-Multis gemeldet. General Electric steht im ersten Quartal ohne CEO Jack Welch bei einem Gewinn von 3,9 Milliarden Dollar ein Anteilsplus von 39 Cent zu Buche, was punktgenau den Erwartungen der Analysten entspricht. United Technologies konnte die Erwartungen sogar übertreffen. Das Unternehmen spricht von einem Gewinn von 69 Cent pro Aktie im abgelaufenen Viertel, zwei Cent über der Konsensschätzung. "Nach den Verlusten im Zusammenhang mit dem 11. September, hat United Technologies die Wende geschafft und ein stabiles Quartal hinter sich", urteilt CEO George Davis, der auch die Gewinnschätzungen für das Jahr 2002 von 4,32 Dollar pro Papier bestätigte.

Erwartungsgemäß schwach fiel das Ergebnis beim Automobilriesen Ford aus. Das Unternehmen musste im vierten Quartal einen Verlust von 5,07 Milliarden Dollar oder 2,81 Dollar pro Aktie einstecken. Einmalige Ausgaben herausgerechnet - etwa die 4,1 Milliarden Dollar, die Ford für Restrukturierung und die Entlassung von 35.000 Mitarbeitern zahlt - kommt das Unternehmen immer noch auf ein Anteilsminus von 48 Cent. Analysten hatten mit einem Verlust von 50 Cent gerechnet. Ford. Das "katastrophale Ergebnis", so ein Kommentar auf dem Parkett, ist keine Überraschung, weshalb Ford am frühen Morgen gut behauptet notiert.

Auch Tech-Aktien machen am Donnerstag von sich reden: Der Computerbauer Compaq weist ein hervorragendes Quartal aus. Das Unternehmen hat alle Erwartungen übertroffen und weist einen Gewinn von sechs Cent pro Aktie aus, während Analysten ein Anteilsplus von nur einem Penny prognostiziert hatten. Der Umsatz, so Compaq, sei auf 8,5 Milliarden Dollar gestiegen, was die starke Nachfrage am Markt belege. Für 2002 gibt man sich weiter optimistisch; Compaq setzt die Ertragserwartung für das volle Jahr von 20 auf 25 bis 26 Cent pro Aktie herauf. Die Credit Suisse First Boston hält die Compaq-Aktie für die "single best idea" im Computersektor und rät zu "kaufen".

Nur noch auf "halten" setzt die Credit Suisse First Boston hingegen die Aktie von Apple. Das Unternehmen hat zwar "in line" mit den Analystenerwartungen abgeschlossen und weist einen Gewinn von elf Cent pro Aktie aus. Doch fürchten die Beobachter um das weitere Wachstum: Der neu vorgestellte iMac müsse "ein voller Erfolg werden, um alleine stabile Gewinne zu sichern". Außerdem handele die Aktie zu dicht an ihrem Kursziel und sollte bei 25 Dollar verkauft werden.

Optimistisch geben sich die Analysten am Morgen in bezug auf Microsoft. Der Softwareriese wird, ebenso wie Big Blue IBM, am Abend Quartalszahlen melden. Microsoft werde wohl "am oberen Ende der Erwartungen" abschließen, heißt es auf dem Parkett.

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