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GM verkauft Hughes für knapp 26 Mrd. $ an EchoStar

Auf dem lukrativen US-Markt für Satelliten-TV entsteht mit dem Kauf des bisherigen Branchenführers Hughes Electronics durch EchoStar ein neuer Riese. EchoStar kauft die General Motors-Tochter Hughes für knapp 26 Mrd. $. Die neue EchoStar Communications Corporation wird zur dominierenden amerikanischen Satelliten-TV-Firma mit mehr als 16,7 Mill. Kunden und 14 000 Mitarbeitern.

dpa NEW YORK. Sie wird 17 % des gesamten Pay-TV- Marktes in den USA kontrollieren, während US-Kabelfernsehfirmen insgesamt mehr als 80 % des Gesamtmarktes haben.

Die News Corp. des australischen Medienmagnaten Rupert Murdoch hatte ihre Kaufofferte für Hughes am Wochenende zurückgezogen. Die Gesellschaft wollte Hughes haben, um ihr globales Satelliten-TV- Netz auch auf die USA auszudehnen. Es wird an der Wall Street spekuliert, dass Murdoch doch noch einmal bei GM anklopfen könnte, falls die EchoStar-Transaktion doch noch platzen sollte.

Die geplante Transaktion wirft nach Ansicht von Marktkennern erhebliche kartellrechtliche Probleme auf. Die neue EchoStar hätte im amerikanischen Satelliten-TV-Markt nach Analystenschätzungen mehr als 90 % Marktanteil. Viele Politiker sorgen sich, dass die Satelliten-TV-Kunden in den ländlichen Gebieten der USA leiden könnten. Sie konnten bisher zwischen DirecTV (Hughes) und EchoStar wählen.

Hughes soll mit EchoStar fusioniert werden

General Motors (GM) will Hughes im Zuge der Transaktion erst verselbstständigen und dann mit EchoStar fusionieren, teilte der Autokonzern am Montag mit.

Die komplizierte Transaktion bewertet die Hughes-Aktien mit 18,44 $ pro Stück, was einem Aufgeld von rund 20 % entspricht. Die Transaktion erfordert 5,5 Mrd. $ an Finanzierungsmitteln. Diese werden der EchoStar auf Überbrückungsbasis zu jeweils 2,75 Mrd. $ von der Deutsche Bank und von GM zur Verfügung gestellt.

GM hält zur Zeit noch 30 % der Hughes-Aktien. GM erhält 4,2 Mrd. $ in bar und wird mit rund elf Prozent an der neuen EchoStar beteiligt sein. Die Hughes-Aktionäre bekommen 53 % der fusionierten Firma und die EchoStar-Anteilseigner rund 36 %.

Die Transaktion muss noch von den Hughes- und den GM-Aktionären gebilligt werden. Die stimmberechtigten EchoStar-Aktionäre haben bereits schriftlich ihre Zustimmung gegeben. Die US-Aufsichtsbehörden müssen ebenfalls erst grünes Licht geben und werden die geplante Transaktion auf Grund des Widerstandes vieler Politiker mit Sicherheit ganz genau unter die Lupe nehmen.

Hughes Branchenführer

Hughes hat mit seiner Satelliten-TV-Sparte DirecTV rund 10,3 Mill. Kunden und ist der US-Branchenführer. EchoStar hat mit seinem "Dish"-Netz 6,43 Mill. Kunden und ist die Nummer zwei.

"Diese Transaktion bietet Hughes, EchoStar und Mill. gegenwärtiger und zukünftiger DirecTV-Kunden sowie den Aktionären von GM und EchoStar erhebliche Vorteile", erklärte GM-Chef Rick Wagoner. GM konzentriert sich jetzt mit dem Hughes-Verkauf ganz auf sein Autogeschäft.

Charles Ergen, der bisherige EchoStar-Chef, wird die fusionierte Gesellschaft leiten. Er ist auch Großaktionär bei dem neuen Unternehmen. Ergen rechnet mit "ganz erheblichen Synergien" und sieht Kostenersparnisse durch die Beseitigung sich überschneidender Satelliten-Bandbreiten und Infrastrukturen.

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