GM verunsichert Anleger
US-Börsen: Gewinne im späten Geschäft

An den US-Börsen haben unerwartet positive Konjunkturdaten im späten Geschäft zu einer deutlichen Kurserholung beigetragen. Auch die Hightech-Werte legten zu.

Reuters NEW YORK. Geholfen habe außerdem die höhere Einstufung des Halbleiterbereiches durch eine führende Investmentbank, die den Technologiewerten Auftrieb gegeben habe, sagten Händler. Zuvor hatten neuerliche Sorgen der Investoren um die Bilanzpraktiken von US-Unternehmen nach dem Worldcom-Schock vom Vortag die Kurse ins Minus gedrückt.

Der Standardwerte-Index Dow-Jones legte zum Handelsschluss um 1,64 Prozent auf 9269,92 Zähler zu, nachdem er zuvor bis auf ein Tagestief von 9034 Zählern abgerutscht war. Der technologielastige Nasdaq-Index stieg um 2,09 Prozent auf 1459,22 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index kletterte um 1,76 Prozent auf 990,64 Zähler.

Die überraschend kräftige Aufwärtsrevision des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) hatte bereits im frühen Geschäft für festere Kurse gesorgt. Das Handelsministerium hatte für das erste Quartal das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 6,1 Prozent von 5,6 Prozent nach oben revidiert. Dies war das stärkste US-Wachstum seit mehr als zwei Jahren. "Die BIP-Zahlen zeigen, dass die Konjunktur auf Erholungskurs ist", sagte Richard Cripps von Legg Mason Wood Walker.

Zu der festeren Tendenz im Geschäftsverlauf trug nach Händlerangaben auch die Höherstufung des Halbleiterbereiches durch die Investmentbank Lehman Brothers bei. Die Bank bewertete zudem eine Reihe von Einzelwerten der Branche höher, darunter die Titel von Micron Technology, die rund 7,9 Prozent auf 20,50 Dollar stiegen, sowie die Titel von Integrated Circuit Systems, die rund 12,4 Prozent auf 20,24 Dollar zulegten. Der Halbleiterindex der Philadelphia Stock Exchange stieg um 3,09 Prozent.

Die Investmentbank Bear Stearns hatte zudem mitgeteilt, sie halte den Bereich der Halbleiterzulieferer für überverkauft. Die Bank riet ihren Kunden unter anderem zum Kauf der Aktien von Amkor Technology, die rund 8,7 Prozent auf 5,66 Dollar anzogen, sowie von Mattson Technoloy, die rund vier Prozent auf 4,37 Dollar vorrückten.

Die Aktien des Autokonzerns General Motors (GM) verloren rund drei Prozent auf 51,50 Dollar. Die Titel waren nach Händlerangaben zeitweise vom Börsengeschäft ausgesetzt, nachdem am Markt Gerüchte um die Bilanzpraktiken des Unternehmens aufgekommen waren. "GM sind schwächer wegen vager Bilanzierungsgerüchte am Markt", sagte Brian Pears von Victory Capital Management. GM wies die Spekulationen aber zurück und teilte mit, es gebe in diesem Zusammenhang auch keine Untersuchungen gegen das Unternehmen. "GM hält Gerüchte über Unregelmäßigkeiten in der Bilanz für unbegründet", erklärte ein Sprecher. Die GM-Bilanz sei ordnungsgemäß erstellt.

"Der Markt wurde von der GM-Geschichte getroffen, die eine Erfindung einiger Short-Seller zu sein scheint, und wir haben uns von den Verlusten wieder erholt", sagte Tim Anderson, Aktienhändler bei Salomon Smith Barney. Beim so genannten "short selling" spekulieren Marktteilnehmer auf fallende Kurse. Sie verkaufen kurzfristig geliehene Aktien in der Hoffnung, sie später zu einem günstigeren Kurs kaufen und zurückgeben zu können und so Gewinn zu machen.

Das GM-Beispiel zeigt Händlern zufolge, dass Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit von US-Unternehmen die Anleger weiterhin stark beunruhigen. "Es gibt derzeit eine überwiegende Mehrheit von pessimistischen Investoren", sagte Dan McMahon von CIBC World Markets. Analysten warnten, das erschütterte Vertrauen der Investoren in die Bilanzen der US-Unternehmen belaste die Stimmung. Am Vortag hatte das Eingeständnis des Telekom-Anbieters Worldcom, Fehlbuchungen in Milliardenhöhe entdeckt zu haben, zeitweise für kräftige Kursverluste an der Wall Street geführt.

An der New York Stock Exchange wechselten am Donnerstag rund 1,86 Milliarden Aktien den Besitzer. 2040 Werte legten zu, 1174 gaben nach, und 184 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Milliarden Aktien 2136 im Plus, 1284 im Minus und 292 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 19/32 auf 100-12/32. Sie rentierten mit 4,825 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-11/32 auf 97-26/32 bei einer Rendite von 5,526 Prozent.

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