"Going Public Grundsätze" vorgestellt - Deutsche Börse will mehr Transparenz bei Emissionen
Börse schafft neue IPO-Richtlinien

Nach dem vorerst gescheiterten Ausschluss so genannter Billigaktien vom Neuen Markt will die Deutsche Börse nun einen weiteren Schritt unternehmen, um wieder Vertrauen für ihr krisengeschütteltes Wachstumssegment zu gewinnen.

Reuters FRANKFURT/M. Der Frankfurter Marktbetreiber stellte am Mittwoch eine Initiative vor, mit der Börsengänge künftig transparenter gestaltet werden sollen. Ziel dieser "Going Public Grundsätze" sei, den Emissionsprospekt als "Informationsmedium" zu stärken und damit zur "zentralen Entscheidungsgrundlage" für Anleger zu machen. "So soll die Transparenz der für die Anlageentscheidung relevanten Informationen steigen und ein einheitliches Informationsniveau für alle Anleger erreicht werden", hieß es.

Zur Ausarbeitung der Grundsätze hatte sich das Börsengremium "Primary Markets Advisory Committee" (PMAC) mit Banken, Emittenten, Investoren und Beratern für Börsengänge zusammengesetzt. Der dabei entwickelte Entwurf soll nun für vier Wochen als Diskussionsgrundlage ins Internet gestellt werden und dann Anfang Juni in Kraft treten. Für Börsengänge (IPO) am Neuen Markt sollen die Grundsätze verbindlich sein.

Zu den neuen IPO-Richtlinien der Deutschen Börse zählt den Angaben zufolge unter anderem, dass das an die Börse strebende Unternehmen vier Wochen vor dem Angebot keine Angaben mehr machen soll, die für die Beurteilung der Aktien wesentlich sein könnten. Ähnliches gelte für die Begleiter der Emission. Auch sollen die Börsenprospekte allgemein verständlich formuliert sein und keine Werbebotschaften enthalten.

Der Neue Markt beziehungsweise einige der dort gelisteten Unternehmen sind in den vergangenen Monaten in Folge sich häufender Firmenpleiten sowie Bilanzmanipulationen verstärkt in die Kritik geraten. Die Aktienkurse an dem Segment liegen nach dem einstigen Höhenflug - der Ende der 90er Jahre den Aktienboom in Deutschland auslöste - weiter am Boden.

Die Deutsche Börse hatte zur Wiedergewinnung von mehr Vertrauen in den Neuen Markt bereits den Ausschluss ("Delisting") von Billigaktien ("Penny Stocks") angekündigt, hat diese Regeln auf Grund rechtlicher Widerstände und eines jüngst gegenteiligen Gerichtsentscheids aber bis auf weiteres wieder auf Eis gelegt.

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