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GoingPublic Kolumne: Leben in der Parallelwelt

WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic.de) - Vergleicht man die Prognosen fürEdelmetalle und Rohstoffe, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dassnoch allzu oft versucht wird, gegen das Offensichtliche zu argumentieren. Ölsteht bei 40 US-$. Schon bald soll sich Preis wieder auf 20 US-$ „normalisiert“haben. Doch warum eigentlich?

WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic.de) - Vergleicht man die Prognosen fürEdelmetalle und Rohstoffe, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dassnoch allzu oft versucht wird, gegen das Offensichtliche zu argumentieren. Ölsteht bei 40 US-$. Schon bald soll sich Preis wieder auf 20 US-$ "normalisiert"haben. Doch warum eigentlich?

Wenn man sich da mal nicht täuscht. Denn das war schon die Prognose von voreinem Jahr, und sie war falsch. Man werfe nur mal einen Blick in die vor einemJahr veröffentlichten Studien renommierter Researchhäuser. Viele sogenannteExperten hängen weiterhin alten, liebgewonnenen Denkschemata nach und schreibeneinstmalige Entwicklungen in die Zukunft fort. Die zuletzt gesehenen Bewegungenbei Öl und Edelmetallen werden als unliebsame, temporär begrenzte Ausreißerabgetan. Vielleicht hat sich die Welt in den letzten zwei Jahren aber auchgrundlegend geändert. Und zwar so sehr, dass eine "Normalisierung" eben nichtmehr das Normale, das zu Erwartende wäre.

So sollte man nicht zu sehr überrascht sein, wenn sich der Ölpreis nichtwieder "normalisiert". Im Übrigen hat sich auf Euro-Basis in den letzten Jahrennicht mal viel getan, vielmehr ist es der Dollar, den aufgrund bekannterUmstände an Wert und Vertrauen (ist eigentlich dasselbe) verliert und deshalbnur in größeren Mengen gegen das Schwarze Gold eingetauscht werden kann.Eigentlich verständlich.

Wie anfällig die westliche "Ölpipeline" gegen die Unwägbarkeiten unsererZeit ist, zeigte sich in den letzten Tagen, als die irakische Förderung nachSabotageakten mal eben ausfiel. Das gleiche in Saudi Arabien und wir stünden ineinem Chaos, zweifellos. Vor nicht allzu langer Zeit schloss die saudischeRegierung eine solche Gefahr noch aus - doch wie gesagt: Vielleicht leben wirinzwischen nicht mehr in derselben Welt bzw. unsere Wahrnehmung ist eine anderegeworden. Wenn Saboteure oder Terroristen irakische Pipelines zerstören können,dann doch wohl auch saudische.

So ziemlich alle weltweiten Ölgesellschaften hatten ihre mittelfristigenPrognosen mit Ölpreisen von 20 bis 25 US-$ getätigt, teilweise sogar darunter.Also mehr oder minder innerhalb des einstmals geltenden offiziellenOPEC-Zielkorridors von 22 bis 28 US-$ pro Fass. Inzwischen haben die Kursedieser Unternehmen zwar hier und da ein bisschen zugelegt, aber Investorenscheinen nach wie vor davon auszugehen, dass die derzeitige Preisspitze beim Ölin überschaubar kurzer Zeit wieder abgeklungen sein dürfte, und alles wirdwieder wie in guten alten, sicheren Zeiten sein. Entsprechend sind dieseÖlgesellschaften heute bewertet.

Die GoingPublic Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins,Deutschlands großem Kapitalmarktmagazin. Bezogen werden kann das Magazin unterwww.goingpublic.de. GoingPublic ist allein für die Inhalte der Kolumneverantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keineAufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheintwöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

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