Gold gab's in Athen, das Geld winkt in Warendorf
Das Bundeschampionat zeigt die Olympiasieger von Morgen

Pferde aus deutscher Zucht waren bei Olympia sehr erfolgreich - bei der Nachwuchsschau in Warendorf werden künftige Sieger gezeigt.

DÜSSELDORF. Ab nach Hause. Viel Zeit sich zu ärgern hatte Springreiter Ludger Beerbaum nicht nach seinem 16. Platz im Einzelzeitspringen bei den Olympischen Spielen in Athen. Er eilte, so schnell es ging, wieder ins heimischen Riesenbeck. Nicht, dass er keine große Lust verspürt hätte, noch ein paar ruhige Tage nach den Olympischen Spielen in Athen zu verbringen. Nein, es winkt vielmehr das Gold in Form klingender Münze. "Am nächsten Wochenende ist bereits das Bundeschampionat, und da ist jeder Tag Vorbereitung Gold wert", begründete Beerbaum seinen Drang gen Heimat. Die Veranstaltung lockt wieder an die 50 000 Zuschauer bis zum Sonntag ins münsterländische Warendorf.

Der Reiter benötigt bekanntlich ein Tier als "Sportgerät". Und da es das Spitzenpferd von der Stange nicht gibt, sind die besonders talentierten edlen Rösser ebenso selten wie teuer. Wer wie Beerbaum also auch künftig um Medaillen reiten will, muss beizeiten dafür sorgen, dass er das richtige Pferd aufbaut. Das Bundeschampionat in Warendorf, die einzigartige Schau für Nachwuchspferde, gewissermaßen die deutsche Meisterschaft der vierbeinigen Talente, wird damit zum Treffpunkt aller großen Reiter, bekannten Ausbilder - und geschäftstüchtigen Pferdehändler.

Deutschlands Reiter waren bei den Olympischen Spielen in Athen mit ursprünglich vier gewonnenen Gold- und einer Silbermedaille die erfolgreichsten Teilnehmer der drei Pferdesportdisziplinen. Selbst nach dem fragwürdigen Abzug der beiden Vielseitigkeitsgoldmedaillen bleibt Deutschland mit zwei Mal Gold und ein Mal Silber Nummer eins der Pferdesportnationen.

Doch die wahren Gewinner in Athen waren die Pferde aus deutschen Zuchtställen. Mit offiziell acht Gold-, zwei Silber- und acht Bronzemedaillen bestieg Deutschland züchterisch den Olymp. Rechnet man die nachträglich aberkannten Vielseitigkeitserfolge hinzu, so ergeben sich sogar elf Goldmedaillen. Nächst erfolgreichere Zuchtnation war Frankreich mit lediglich vier Gold- und einer Silbermedaille. Von den insgesamt 203 in Athen gestarteten Pferden kamen 64 (31,53 Prozent) aus deutscher Zucht. Den Hauptanteil stellten die 30 deutschen Pferde in der Dressur (58,8 Prozent). Aber auch in den Springprüfungen kam mit 27 Pferden mehr als ein Drittel (35,1 Prozent) aus deutschen Landen. In der Vielseitigkeit gingen sieben deutsche Pferde (9,3 Prozent) an den Start. So gewann Gold in der Dressur beispielsweise die Niederländerin Niederländerin Anky van Grunsven mit dem Hannoveraner Salinero. Mit acht Medaillen kehrten alleine Hannoveraner Pferde, Deutschlands größter Zuchtverband, aus Athen in ihre Heimatställe zurück.

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