Gold-Preis steigt deutlich
Märkte verunsichert vor Powell-Rede

Kursverluste auf Grund der Kaufzurückhaltung der Anleger im Vorfeld der Rede von US-Außenminister Colin Powell haben am Mittwoch die deutschen Aktien belastet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am Mittag 0,5 % im Minus bei 2619 Punkten und setzte damit unter starken Schwankungen seine Kursverluste vom Vortag fort.

Reuters FRANKFURT. "Da will sich im Moment keiner wirklich positionieren, vor der Powell-Rede heute Nachmittag. Außerdem sind viele Anleger die Hängepartie zur Frage, gibt es Krieg oder nicht und wann kommt er, langsam leid", sagte ein Händler. Erwartet wird die Rede des US-Außenministers vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) gegen 16.30 Uhr MEZ. Die Rede steht im Zusammenhang mit der Drohung der USA, den Irak anzugreifen, sollte dieser nicht abrüsten.

Auf der Dax-Verliererliste standen unter anderem die Aktien des Finanzdienstleisters MLP, der nach den jüngsten Daten der Börse vor dem Abstieg aus dem Dax steht. Commerzbank-Papiere verbuchten Kursverluste, nachdem das Institut erstmals in der Firmengeschichte einen Verlust ausgewiesen hatte.

US-Außenminister Powell will am Mittwoch in New York Belege präsentieren, dass Irak nach Massenvernichtungswaffen strebt. Das Material werde "einfach, nüchtern und überzeugend" sein, kündigte Powell an. Aus US-Regierungskreisen verlautete, Powells Vortrag werde "Fotografien, Abhörprotokolle und andere Informationen aus verlässlichen Quellen" enthalten. "Der Trommelwirbel wird lauter", sagte Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Fondsgesellschaft DIT, mit Blick auf einen möglichen Krieg am Persischen Golf. "Die Signale aus der Vorberichterstattung zur Powell-Rede geben das Signal, dass der Truppenaufmarsch am Golf nicht umsonst war", fügte er hinzu.

Im Vorfeld der Powell-Rede kletterte der Euro über die Marke von 1,09 ?. Gold - traditionell eine gesuchte Anlage in Krisenzeiten - war am Morgen so teuer wie seit September 1996 nicht mehr. Die Feinunze wurde wurde in der Spitze mit 388,50 Dollar gehandelt.

Die Papiere der Commerzbank gaben 1,25 % auf 6,30 ? nach. Vor Börseneröffnung hatte die Commerzbank einen höheren Vorsteuerverlust gemeldet als von Analysten erwartet und mit den Zahlen einen Reuters-Bericht vom Montag bestätigt. Die Commerzbank rechnet den Angaben vom Mittwoch zufolge auch unter widrigen Umständen mit einer Rückkehr in die Gewinnzone 2003. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hält es indes für wenig wahrscheinlich, dass die Commerzbank in diesem Jahr schwarze Zahlen schreibt. "Die Bank wird es sehr schwer haben, 2003 wieder profitabel zu werden", sagte S&P-Analyst Stefan Best.Seit Jahresbeginn haben Commerzbank-Aktien bereits über 15 % ihres Wertes eingebüßt.

Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer-Aktien gaben 3,2 % auf 15,08 ? nach, was Händler mit der Reduzierung der Ergebnisaussichten des Konkurrenten Aventis erklärten. "Die Aktien leiden wie viele andere europäische Aktien unter der alles andere als guten Aventis-Nachricht", sagte ein Aktienhändler.

Nach der am Mittwochmorgen vorgelegten Rangliste der Deutschen Börse ist die Aktie des Finanzdienstleisters MLP akut von einem Dax-Abstieg bedroht. Den Daten zufolge belegt MLP bei der Marktkapitalisierung nur noch Rang 50 und hat damit den rettenden Rang 45 verpasst. "Einige spekulieren jetzt wieder auf den Dax-Abstieg von MLP", kommentierte Oliver Opgen-Rhein, Händler bei HSBC Trinkaus & Burkhardt den Kursverlust der MLP-Aktien von 2,7 % auf 8,38 ?. in den vergangenen zwölf Monaten hatte die Aktie mehr als 87 % an Wert verloren.

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