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Gold schwach: Bundesbank-Aussagen boten nur kurz Stütze

Gold hat am Mittwoch in Europa nach dem späten Kurssturz am Vortag weiter nachgegeben.

rtr LONDON. Aussagen der Deutschen Bundesbank, dass sie derzeit keine grösseren Goldverkäufe plant, führten nur kurzzeitig zu einer leichten Kurserholung, nachdem frühere Äusserungen von Bundesbankpräsident Ernst Welteke von Marktteilnehmern für den Einbruch des Goldpreises um gut fünf Dollar am Dienstagabend verantwortlich gemacht wurden.

Gold wurde in London am Nachmittag mit 291,30 Dollar je Feinunze fixiert nach 294,20 Dollar am Vormittag und 296,50 Dollar am Dienstagabend. Der Spot-Preis notierte zuletzt bei 291,30/292,30 Dollar nach einem Vortagesschluss in New York bei 292,95/293,95 Dollar. Im Verlauf hatte sich Gold zeitweise bis auf 294,00 Dollar erholt.

Fondsverkäufe schickten Gold wieder auf Talfahrt, nachdem der Markt zum Schluss kam, dass die Aussagen eines Bundesbanksprechers Goldverkäufe nach 2004 nicht ausschlossen.

Nachdem Bundesbankpräsident Ernst Welteke am Dienstag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" auf das bis 2004 geltende Notenbankabkommen hingewiesen und langsame Goldverkäufe in der Zukunft nicht ausgeschlossen hatte, sagte ein Sprecher der deutschen Notenbenk am Mittwoch, "wir haben keine Pläne für die unmittelbare Zukunft, grosse Goldverkäufe vorzunehmen." Über die Goldverkäufe nach 2004 könne man jetzt keine Aussage treffen. "Im Augenblick ist das kein Thema," sagte der Sprecher.

Im September 1999 hatten sich 15 europäische Notenbanken darauf verständigt, binnen fünf Jahren jährlich nur maximal 400 Tonnen oder insgesamt nur 2000 Tonnen Gold zu verkaufen, um die Zentralbanken-Reserven abzubauen, ohne den Goldpreis zu drücken. Neben der EZB und den Notenbanken der elf Gründerländer der Euro-Zone hatten auch die Zentralbanken der Schweiz, Grossbritanniens und Schwedens der Vereinbarung zugestimmt. Die Bundesbank besitzt nach Schätzungen der Gold Field Mineral Services derzeit rund 3500 Tonnen Gold. Nur die USA haben mit mehr als 8000 Tonnen noch grössere Goldreserven.

"Gold könnte sich auf 295 Dollar erholen aber es wird ein Kampf werden. Und bis was Grosses geschieht, wird es unter Druck bleiben," sagte ein Händler in London.

Silber kam im Gefolge von Gold ebenfalls unter Druck und stand in London zuletzt bei 4,40/4,42 Dollar nach 4,48/4,50 Dollar zum Vorabendschluss in New York. Die Weissmetalle waren wenig verändert. Platin schloss mit 468/473 nach 467/472 Dollar und Palladium notierte bei 370/380 nach 371/381 Dollar.

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