Goldanlagen
Hinter Schloss und Riegel

Der Goldpreis peilt immer neue Höhen an. Innovative Anlageformen wie Goldindexfonds sind eine Alternative zu Barren und eröffnen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Wie Anleger die Sicherheit von Gold mit bequemer Depotverwahrung verbinden.

Entzückt legt die junge Frau den Goldschmuck an. "Wenn nur die Ohrring meine wären", seufzt das Gretchen, "man sieht doch gleich ganz anders drein." Und dann spricht die von Goethes Faust so Begehrte die berühmten Worte, die auch heute noch den Stellenwert des Edelmetalls trefflich beschreiben: "Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles."

Im 200. Jahr nach der Veröffentlichung des "Faust" gilt diese Aussage mehr denn je. Seit Januar dieses Jahres eilt der Preis des Edelmetalls von einem historischen Höchststand zum nächsten. "Eine Sachwertanlage in Gold bietet einen Schutz gegen Inflation", nennt Jörg Uhlendorf, Kapitalmarktexperte der Dresdner Bank, einen der Gründe für den neuen Run auf Gold. Jahrelange Niedrigzinsen haben die Geldmengen weltweit aufgebläht, und es zeigen sich immer mehr Anzeichen für eine beschleunigte Geldentwertung.

Hinzu kommt der wirtschaftliche Aufschwung in Ländern wie Indien und China, in denen Gold von jeher ein großes Ansehen genießt. Uhlendorf sieht die weitere Entwicklung des Edelmetalls daher optimistisch: "Da einer steigenden Nachfrage vor allem aus den aufstrebenden Volkswirtschaften ein verhaltenes Angebotswachstum gegenübersteht, dürfte der Goldpreis weiteren Auftrieb bekommen." Zudem hat sich das Edelmetall in den vergangenen Jahren zu einer renditestarken Geldanlage entwickelt. Allein in den drei Jahren vom 15. Februar 2005 bis zum 15. Februar 2008 stieg der Preis, in US-Dollar gerechnet, um 115 Prozent. Das entspricht einer Traumrendite von 29 Prozent im Jahr, in Euro gerechnet, waren es immerhin noch 24 Prozent pro Jahr.

Doch so attraktiv Gold in den vergangenen Jahren auch war - eine rundum befriedigende Anlagemöglichkeit gab es für Privatanleger bisher nicht. Der Kauf von Goldbarren oder Goldmünzen ist durch die hohe Spanne zwischen An - und Verkaufspreis vergleichsweise teuer. Außerdem fallen erhebliche Gebühren für die Verwahrung im Bankschließfach an, ebenso für die meist notwendige Versicherung gegen Diebstahl.

Zu den ersten Anbietern einfacher und günstiger Goldprodukte gehörte die Zertifikatebranche. Anleger können zu einfachen Papieren greifen, die dem Goldpreis eins zu eins folgen, auf Wunsch auch mit Währungssicherung oder für spekulative Naturen mit Hebel. Die Zertifikate werden liquide gehandelt und im Depot der Anleger verbucht. Ihre Schwäche: Rechtlich betrachtet sind sie nur eine Inhaberschuldverschreibung der Bank, die nicht vom Einlagensicherungsfonds abgesichert ist. Gerade im zurzeit schwierigen Marktumfeld für Geldinstitute ist ein solches Kreditrisiko ein klarer Nachteil. Schließlich soll eine Goldanlage als klassische Fluchtwährung Sicherheit in turbulenten Zeiten bieten und nicht selbst zum Wackelkandidat im Depot werden.

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