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„Goldene Generation“ Frankreichs bricht auseinander

Die Fußball-WM 2006 in Deutschland ist um eine Attraktion ärmer: Frankreichs Superstar Zinedine Zidane erklärte fast auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Länderspiel-Debüt offiziell seinen nicht mehr ganz überraschenden Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

dpa PARIS. Die Fußball-WM 2006 in Deutschland ist um eine Attraktion ärmer: Frankreichs Superstar Zinedine Zidane erklärte fast auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Länderspiel-Debüt offiziell seinen nicht mehr ganz überraschenden Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

"Es ist schwierig, sich zu sagen, dass man damit aufhört. Aber an einem bestimmten Punkt muss man es tun können", teilte der 32-jährige auf seiner Homepage mit. Dies sei kein spontaner Schritt: "Ich habe mich bereits seit einiger Zeit damit beschäftigt, schon vor der Europameisterschaft." Künftig will er sich ganz auf seinen Arbeitgeber Real Madrid konzentrieren. Bei den "Königlichen" steht er noch bis 2007 unter Vertrag.

Frankreichs neuer Auswahltrainer Raymond Domenech steht damit vor einem radikalen Umbruch. Denn vor Zidane hatten in Bixente Lizarazu (34), Marc Desailly (35) und Lilian Thuram (32) bereits drei Mitglieder der "goldenen Generation" ihren Abschied von der "Equipe Tricolore" verkündet. Mit dem Titelgewinn bei der WM 1998 im eigenen Land sowie der siegreichen EM zwei Jahre später in Belgien und den Niederlanden markierte das Quartett die erfolgreichste Epoche des französischen Fußball. Zidane sicherte sich seinen Platz in der Sportgeschichte als zweifacher Torschütze beim 3:0-Sieg gegen Brasilien im WM-Finale von Paris.

Allerdings folgten dem Höhenflug zwei Tiefpunkte, als der Titelverteidiger bei der WM 2002 bereits in der Vorrunde und vor rund sechs Wochen bei der EM in Portugal im Viertelfinale strauchelte. Das 0:1 gegen Griechenland war Zidanes 93. und letzter Auftritt im Trikot der "Blauen", in dem der Kapitän 26 Tore erzielte. Die ersten beiden Treffer markierte der dreimalige "Weltfußballer des Jahres" bei seinem Debüt am 17. August gegen Tschechien, als er beim Stand von 0:2 eingewechselt wurde und daraus innerhalb von drei Minuten ein 2:2 machte.

"Ich bedaure den Schritt. Ich hätte ihn gern zum Weitermachen bewegt, aber er war der Ansicht, dass er seinen Platz für Jüngere räumen muss", erklärte Domenech. Der Nachfolger von Jacques Santini berief für das Testspiel gegen Bosnien-Herzegowina gleich sechs Neulinge in sein Aufgebot. In der WM-Qualifikation startet Frankreich am 4. September gegen Israel. Weitere Kontrahenten sind Irland, Schweiz, Zypern und die Färöer-Inseln.

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