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Goldene Nicas bei Medienkunst-Festival „Ars Electronica“ vergeben

Hauptpreisträger des Medien-Kunstfestivals „Prix Ars Electronica“ sind Mark Hansen und Ben Rubin aus den USA. Sie gewannen am in der österreichiscchen Stadt Linz eine Goldene Nica in der Kategorie „Interactive Art“.

dpa LINZ. Hauptpreisträger des Medien-Kunstfestivals "Prix Ars Electronica" sind Mark Hansen und Ben Rubin aus den USA. Sie gewannen am in der österreichiscchen Stadt Linz eine Goldene Nica in der Kategorie "Interactive Art".

In dem Wettbewerb für Cyberkunst wurden Preisträger in sieben Kategorien geehrt. Bei der 18. Ausgabe des Wettbewerbes sei eine inhaltliche Neuorientierung der Medienkünstler zu erkennen, sagte Christine Schöpf, die das Festival gemeinsam mit Gerfried Stocker leitet: "Es ist nicht länger das Interface-Design oder die Technik im Fokus, sondern die Reflexion über eine Welt, die von digitalen Medien durchdrungen ist".

Mark Hansen und Ben Rubin beschäftigen sich in ihrer meditativen Installation "Listening Post" mit dem unendlichen Datenstrom im Internet und mit Fragen der Individualität und Überwachbarkeit. In einem dunklen Raum zeigen 231 kleine elektronische Displays Worte, aus dem Datenstrom des Netzes herausgefilterte Satzbruchstücke. Aus zehntausenden Online-Foren und Chatrooms werden Begriffe ausgefiltert, die sich an den Satzbeginn "I am" oder "I want" anschließen. Die aneinander gereihten Worte werden auch akustisch wiedergegeben und mit einem düsteren Soundtrack untermalt.

Auch der Kanadier Chris Landreth, der die Goldene Nica in der Kategorie Computeranimation erhielt, schlägt in seinem Film "Ryan" einen nachdenklichen Tonfall an. Landreths Arbeit verbindet auf berührende Weise Animation und Dokumentation: Der Künstler erzählt in computergenerierten Bildern die reale Geschichte des Ryan Larkin, einem einstigen Pionier der Animationskunst, der heute als Bettler auf den Straßen Montreals lebt.

Mit Thomas Köner, der für seine Videoarbeit "Banlieue du Vide" ("Vororte der Leere") in der Kategorie Digital Musics ausgezeichnet wurde, ist auch ein Deutscher unter den Preisträgern. Der 1965 geborene Videokünstler fügt Bilder aus Überwachungskameras, die im Internet verfügbar waren und leere Straßen im Winter zeigen, zu einem nächtlich-winterlichen Stillleben und konterkariert die Bilder mit Verkehrsgeräuschen. In weiteren Kategorien wurden unter anderem die Erfinder der Internet-Enzyklopädie "Wikipeda" sowie die Gestalter einer Aids-Aufklärungscampagne aus Uganda ausgezeichnet.

Neben den Nicas als Trophäen wurden 14 Geldpreise in Höhe von insgesamt 130 000 ? vergeben. Das Ars Electronica Festival wird in diesem Jahr 25 Jahre alt und beschäftigt sich bis 7. September unter dem Titel "Timeshift" mit der Frage, wie die Welt in 25 Jahren aussieht.

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