Goldman-Kommentar zu Sun belastet
Tech-Werte an der Wall Street unter Druck

Der trübe Ausblick des kanadischen Telekom-Ausrüsters Nortel Networks sowie eine pessimistische Prognose der Investmentbank Goldman Sachs für den Computerkonzern Sun Microsystems haben die Kurse an der Wall Street am Mittwoch gedrückt. Händler sprachen auch von einer Korrektur nach dem jüngsten Aufwärtstrend bei anhaltend schwachem Handelsvolumen.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verlor zum Handelsschluss 1,48 Prozent auf 8 694,09 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq gab um 2,48 Prozent auf 1 314,38 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 1,81 Prozent auf 917,87 Punkte ein. Die Investoren wollten zwar ihr Geld zu günstigen Kursen anlegen, sagte Jack Schwetje, Händler bei Deutsche Bank Securities. Es gebe jedoch weiterhin Unsicherheit über die Stärke der Konjunkturerholung und einen möglichen Aufwärtstrend im Technologiesektor. "Es ist nicht sicher, dass die Dinge sich weiter verbessern." Robert Mikklesen von The Advest Group Inc fügte hinzu: "Ich halte das (den Kursrückgang) für eine gesunde Korrektur. Jeder will warten, was nach dem (Feiertag) Labor Day passiert. Es gibt Spekulationen, dass die (US-Notenbank) Fed die Zinsen senken könnte, aber die Umfragen deuten nicht darauf hin."

Nortel hatte in der Nacht zum Mittwoch den Abbau von 7000 weiteren Stellen angekündigt und die Umsatzprognose für das dritte Quartal gesenkt. Als Grund führte das Unternehmen die geringeren Ausgaben der US-Telefon-Firmen an. Nortel-Aktien reagierten im New Yorker Handel im Verlauf mit Kursabschlägen von rund 15,5 Prozent auf 1,04 Dollar. Die Aktien des Konkurrenten Lucent büßten rund 10,6 Prozent auf 1,69 Dollar ein.

Die Titel von Sun Microsystems gaben rund 6,6 Prozent auf 3,96 Dollar ab. Nach Einschätzung von Goldman Sachs könnte das Unternehmen auf Grund der anhaltenden Schwäche im Informationstechnologie-Sektor die Gewinnprognosen der Analysten für das laufende Quartal verfehlen.

Chipwerte standen ebenfalls unter Druck, was Händler unter anderem mit der schwachen Umsatzprognose der Semtech Corp erklärten. Der Halbleiterhersteller erwartet nach eigenen Angaben auf Grund der schwachen Kundennachfrage einen Umsatzrückgang im dritten Quartal. Die Aktien brachen um rund 25,7 Prozent auf 14,05 Dollar ein. Die Titel des Chipherstellers TriQuint Semiconductor gaben rund 5,7 Prozent auf 5,45 Dollar nach. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es habe sieben Prozent seiner Stellen abgebaut. Die Aktien des Chipherstellers Cirrus Logic verloren rund zwölf Prozent auf 4,07 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, für das zweite Quartal sei weiterhin mit einem Verlust zu rechnen.

Die Titel des Computer- und Druckerherstellers Hewlett Packard (HP) notierten 0,4 Prozent leichter bei 14,27 Dollar. Am Vorabend hatte HP vor Einmalkosten einen Gewinn im Rahmen der Markterwartungen ausgewiesen, aber auf ein anhaltend schwaches Geschäftsumfeld verwiesen. Die Investmentbank Bear Stearns senkte ihre Gewinnprognose für den Konzern für die Jahre 2003 und 2004, und die Investmentbank UBS Warburg nahm ihrerseits den Gewinnausblick für 2003 zurück. Die Titel des Konkurrenten IBM gaben rund 2,4 Prozent auf 76,06 Dollar nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,14 Milliarden Aktien den Besitzer. 1065 Werte legten zu, 2158 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,31 Milliarden Aktien 1004 im Plus, 2296 im Minus und 15 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 101-08/32. Sie rentierten mit 4,22 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 19/32 auf 105-09/32 und hatten eine Rendite von 5,024 Prozent.

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