Goldman Sachs plaziert Aktien-Paket
Pumas Großaktionär springt überraschend ab

Das amerikanische Filmunternehmen Monarchy Regency Holdings steigt bei dem Sportartikelkonzern Puma als Großaktionär aus und verkauft seinen fast 40-prozentigen Anteil im Wert von 576 Mill. Euro.

mwb/mm/hps MÜNCHEN. Eigentümerwechsel bei Puma: Großaktionär Monarchy Enterprise trennt sich von seinem 40-%-Anteil an dem erfolgreichen Sportartikelhersteller. Die US-Investmentbank Goldman Sachs platzierte die 6,7 Mill. Aktien zu einem Stückpreis von 86 Euro. Die Transaktion hat einen Gesamtwert von 576 Mill. Euro. Damit ist eine jahrelange fruchtbare Zusammenarbeit beendet. Puma hat sich mit der Unterstützung des Großaktionärs von einer fast vergessenen Marke zu einem überaus populären Hersteller sportlicher Lifestyle-Mode entwickelt.

Monarchy bleibt Kooperationspartner

In Bankenkreisen hieß es, bei der Platzierung des Pakets habe die Nachfrage das Angebot mehrfach übertroffen, vor allem Großinvestoren seien zum Zuge gekommen. Nachdem die Verkaufsabsicht des Großaktionärs bekannt geworden war, brach der Kurs von Puma zeitweise um 10 % ein. Er erholte sich dann aber wieder und lag später mit 5 % im Minus.

"Die vergleichsweise schwache Börsenreaktion zeigt, dass die Anleger weiter an Puma glauben", sagte Puma-Chef Jochen Zeitz dem Handelsblatt. Der Großaktionär habe Puma bei der Neupositionierung enorm unterstützt und bleibe über einen Fünfjahresvertrag Kooperationspartner.

Monarchy ist eine Holding des Unterhaltungsunternehmens Regency Entertainment Inc. Bislang hatte Puma-Chef Zeitz den Großaktionär immer als verlässlichen, langfristigen Partner bezeichnet. Jetzt wollen die Amerikaner offensichtlich ihr Investment versilbern. Sie waren 1996 bei Puma eingestiegen, als das Unternehmen an der Börse nur einen Bruchteil des heutigen Wertes hatte, und erhöhten schrittweise ihren Anteil von zunächst 12,5 %. Allein in den vergangenen vier Jahren vervielfachten sich Gewinn und Börsenwert. Für dieses Jahr hat der Puma-Chef bereits die Prognose angehoben. Er stellte gestern noch einmal ein Gewinnwachstum von 50 % und ein Umsatzplus von 30 % in Aussicht. Im ersten Quartal hatte Puma den Umsatz schon um knapp die Hälfte auf 343 Mill. Euro erhöht und das Vorsteuerergebnis auf 72 Mill. Euro verdoppelt.

Der vergleichsweise kleine Hersteller wächst deutlich stärker als die Marktführer Nike und Adidas. Einer der Gründe: Die Herzogenauracher haben früher als die Konkurrenz erkannt, dass die Kunden Sportartikel mehr und mehr als normale Bekleidung tragen. 80 % der Produkte werden mittlerweile nicht mehr beim Sport genutzt. Der Großaktionär unterstützte die Wiederbelebung der Marke mit geschickten Produkt-Platzierungen in Filmen und Fernsehsendungen. Dies soll durch den Kooperationsvertrag auch in Zukunft gesichert sein. Regency ist einer der größten konzernunabhängigen Filmproduzenten. Leo Kirch war früher mit 6 % an dem Unternehmen beteiligt.

"Breite Streuung hilft der Aktie"

Analysten haben Zweifel, ob der Rückzug von Regency für Puma ohne Folgen bleibt. "Wir sehen es als Gefahr, dass Monarchy in Zukunft Puma nicht mehr in diesem Umfang unterstützen wird, wie dies in den vergangenen Jahren der Fall war", sagte Uwe Weinreich, Analyst der Hypo-Vereinsbank, und stufte die zuvor zum Kauf empfohlene Aktie auf neutral zurück.

Zeitz, der Puma vor zehn Jahren als Sanierungsfall übernommen hatte, sprach dagegen von einer "guten Lösung". Erstmals habe das Unternehmen keinen Großaktionär mehr. Die breitere Streuung helfe der Aktie. Es sei auch besser gewesen, alles auf einmal zu platzieren als in Tranchen. Wer die neuen institutionellen Anteilseigner sind, will Puma nur bekannt geben, wenn das Unternehmen ab einer Beteiligung von 5 % dazu gesetzlich verpflichtet ist. Der Sportartikelhersteller sei gefestigt und brauche Monarchy nicht mehr als strategischen Partner für die nächste Phase der Unternehmensentwicklung, sagte Zeitz.

Schnellplatzierungen wie die von Puma haben am Aktienmarkt in den vergangenen Monaten stark an Bedeutung gewonnen. Angesichts der heftigen Kursschwankungen an den Börsen wollen sich viele Unternehmen nicht mehr auf die Unwägbarkeiten einer mehrwöchigen Bieterphase verlassen. Da bei den so genannten Block-Trades die Aktien innerhalb weniger Stunden platziert werden, sind sie gegenüber Kursausschlägen weniger anfällig. Im vergangenen Jahr machten Blockverkäufe bereits 60 % des gesamten Platzierungsvolumens aus. In den Zeiten des Börsenbooms waren es lediglich 20 %.

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