Goldpreis nimmt Kurs auf Sechs-Jahres-Hoch
Analyst: "Gold ist heiß"

Gold hat am Donnerstag erneut markant zugelegt und war zeitweise so teuer wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Vor allem die zunehmende Angst vor einem Krieg im Irak trieb die Anleger in das als sicherer Hafen geltende Metall, sagten Händler.

Reuters LONDON/ZÜRICH. "Gold brennt. Es geht nur um Ängste und Liquidität ... da gibt es diesen enormen Appetit, weil alternative Investitionsmöglichkeiten schwinden," sagte Analyst Andy Maag von UBS Warburg.

Gold hat dieses Jahr bisher rund 25 Prozent an Wert gewonnen. Die Konflikte im Nahen Osten und Irak, die Angst vor Terroranschlägen, der schwache Dollar und fallende Aktienmärkte verliehen dem Metall Auftrieb und machten es zu einer der am besten rentierenden Anlagen. Gold ist in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten traditionell gesucht und ein tiefer Dollar macht das in dieser Währung notierte Metall für Anleger ausserhalb des Dollar-Raumes attraktiver.

Das Londoner Vormittagsfixing erfolgte bei 345,75 Dollar je Feinunze und damit auf dem höchsten Stand seit Mai 1997. Am Mittwochnachmittag wurde das Metall mit 338,00 Dollar gefixt. In einem hektischen Handel schnellte Gold zwischenzeitlich bis auf 353,75 Dollar hinauf - das höchste Niveau seit März 1997. Gegen 14.00 Uhr lag der Spotpreis bei 347,50/348,50 Dollar.

Den Kurssprung schrieben Händler vor allem der Erwartung einer baldigen Bewertung des vom Irak vorgelegten Waffenberichts durch die USA zu. Es werde ausgegangen, dass die USA dem Irak in der offiziellen Stellungnahme Versäumnisse vorwerfen, die einem Bruch der Uno-Resolution gleichkommen. Der Vorwurf einer "schwerwiegenden Verletzung" könnte den Auftakt zu einem Krieg gegen das Land darstellen. Die US-Behörden betonten jedoch, dass eine Verletzung der Resolution noch nicht automatisch Krieg bedeuten würde.

Nachdem zuletzt verschiedene Marktbeobachter aufgrund von technischen Faktoren ein langsames Ende des Aufwärtstrends bei Gold gesehen hatten, wird nun ein weiterer Anstiege nicht mehr ausgeschlossen.

"Die Aussicht auf einen anhaltend schwachen Dollar, die Bedrohung durch weitere Terroranschläge in den USA und in Grossbritannien sowie die Möglichkeit eines weiteren Krieges in Irak werden den Markt in den nächsten Monaten sehr nervös machen und dem gelben Metall die Möglichkeit weiterer Gewinne bieten," sagte Analyst James Moore von TheBulliondesk.com. 355 Dollar dürfte einen Widerstand darstellen, danach sei ein Anstieg bis etwa 420 Dollar möglich, so Moore.

In einem Marktbericht von JP Morgan hieß es, Gold stehe an einem wichtigen Punkt. "Gold wird entweder in der Gegend um 350 Dollar zum Stillstand kommen und damit signalisieren, dass die Bandbreite der letzten drei Jahre weiter gültig und der 15-jährige Abwärtstrend intakt ist. Oder es wird weiter steigen und die kürzlichen Gewinne aufrecht erhalten," so die US-Investmentbank weiter.

Der Goldpreis notierte schon deutlich höher. So kostete das Edelmetall in den frühen 80-er Jahre bis zu 850 Dollar je Feinunze. Zu Beginn des Golfkrieges im Januar 1991 war Gold für gut 400 Dollar zu haben.

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