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„Goleo VI“ und Fußball „Pille“ sind WM-Maskottchen

Franz Beckenbauer hält es für „sehr gelungen“, Showmaster Thomas Gottschalk sieht sogar eine Ähnlichkeit zu seinem Aussehen: Der Löwe „Goleo VI“ mit dem sprechenden Fußball „Pille“ ist das Maskottchen der Weltmeisterschaft 2006.

dpa LEIPZIG. Franz Beckenbauer hält es für "sehr gelungen", Showmaster Thomas Gottschalk sieht sogar eine Ähnlichkeit zu seinem Aussehen: Der Löwe "Goleo VI" mit dem sprechenden Fußball "Pille" ist das Maskottchen der Weltmeisterschaft 2006.

OK-Präsident Beckenbauer und die brasilianische Kicker-Legende Pelé präsentierten in Leipzig im ZDF-Klassiker "Wetten, dass...?" einem Millionen- Publikum weltexklusiv die Symbolfigur des Fußball-Weltverbandes (Fifa) für das Mega-Sportereignis in Deutschland. Die Fifa sieht in dem ersten "lebenden" WM-Maskottchen einen "Quantensprung".

"Er sieht mir fast ein bisschen ähnlich", scherzte Gottschalk angesichts seiner eigenen Löwenmähne. Der trotz eines schmerzhaften Rippenbruchs nach Leipzig gekommene Beckenbauer strich 573 Tage vor dem WM-Beginn bei der vorangegangenen Vorstellung Goleos vor der Presse die Vorzüge des 2,30 Meter großen Löwen hervor: "Er kann sehr viel, zum Beispiel tanzen oder sprechen", meinte der "Kaiser": "Nur eines kann er überhaupt nicht: Fußball spielen."

Weltstar Pelé fand den sprechenden Löwen mit der Zottelmähne und den abstehenden Ohren, in dessen Kostüm ein namentlich geheim gehaltener Schauspieler steckt, auf Anhieb "fantastisch". Er werde sich zu einem "wirklichen Sympathieträger" entwickeln, glaubt Beckenbauer. Der Präsident des WM-Organisationskomitees rechnet aber auch mit Kritik: "Natürlich wird es - wie bei unserem WM-Logo - einige geben, denen er nicht gefällt. Es ist eben Geschmackssache."

Idee und Design stammen von der amerikanischen Jim Henson Company, die sich als Produzent von Puppenklassikern wie "Muppet Show" und "Sesamstraße" einen Namen gemacht hat. Auch der TV-Serienheld "Alf" wurde von Henson kreiert; Ähnlichkeiten mit dem Außerirdischen sind bei Goleo nicht zu übersehen. Gemeinsam mit Pille, einem von den GUM- Studios in Köln entwickelten Fußball mit Mund und Augen, der als wandelndes Fußball-Lexikon daher kommt, will Goleo schon im Vorfeld der am 9. Juni 2006 beginnenden WM "für gute Atmosphäre und Stimmung sorgen", wie er selbst bei seiner Vorstellung betonte.

"Immer wieder neue Figuren zu erfinden, ist furchtbar schwierig", gab Beckenbauer zu bedenken. Auf jeden Fall ist es dem Weltverband gelungen, 40 Jahre nach dem ersten WM-Maskottchen, dem Löwen "World Cup Willie" in England 1966, eine vielseitig einsetzbare Figur zu kreieren. Unter Vermarktungsgesichtspunkten eröffnet sie ganz neue mediale Möglichkeiten. Goleo kann als "lebende" Figur - anders als zum Beispiel auch seine Vorgänger "Tip und Tap" bei der ersten WM in Deutschland 1974 - in Shows wie "Wetten, dass...?" aktiv auftreten.

Das Maskottchen soll natürlich auch zum Verkaufsschlager werden. Anfang der Woche kommt es zunächst als T-Shirt auf den Markt. Im Weihnachtsgeschäft 2005 soll es dann zum Renner werden. Immerhin rechnet der Einzelhandel mit weltweiten Einnahmen von 1,6 Mrd. Euro aus den WM-Artikeln. Die WM 2002 in Japan und Südkorea brachte 1,2 Mrd., das Turnier 1998 in Frankreich eine Milliarde.

Der Kunstname Goleo ist eine Mischung aus Goal (Tor) und Leo (Löwe). Die Nummer VI hat die Fifa hinzugefügt, einfach weil er der sechste Bewerber für den Job des Maskottchens war. Sie prangt als "06" auch auf seinem schwarz-weißen (Deutschland-)Trikot. Eine Hose trägt der Löwe nicht, dafür schwarze Sportschuhe. Goleo und Pille haben schon beim Länderspiel Deutschland gegen Kamerun in Leipzig den nächsten großen Auftritt.

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