Golf
Faszination Ryder Cup

Am Wochenende schwingen Golf-Profis aus aller Welt in Birmingham ihre Schläger, um die begehrte Mannschaftstrophäe "Ryder Cup" ihr eigen nennen zu können.

HB/dpa BIRMINGHAM. Vor 75 Jahren hatte Samuel Ryder eine Idee, aus der einer der spektakulärsten Vergleichswettkämpfe im Sport entsprang. Der Sohn eines Getreidehändlers aus Manchester regte damals einen Wettbewerb zwischen amerikanischen und europäischen Golf-Profis an, der seither abwechselnd auf den Kontinenten ausgespielt wird. Die 34. Auflage findet am Wochenende im englischen "The de Vere Belfry"-Golfclub in Sutton Coldfield bei Birmingham statt.

Was in einem kleinen Rahmen begann, ist heute längst zum Spektakel geworden. Der Ryder Cup ist die wichtigste Mannschafts-Trophäe im Golfsport und sorgt bei den sonst so kühl wirkenden Profis für Emotionen pur. Bis 1977 gingen für Europa ausschließlich Spieler aus Großbritannien und Irland an den Start - und blieben zumeist chancenlos. Nach 19 Niederlagen in 22 Matches wurde der Wettbewerb 1979 reformiert. Seither tritt eine gesamteuropäische Auswahl bei dem dreitägigen Wettbewerb gegen die besten amerikanischen Spieler an. Das Ergebnis: Aus den letzten elf Vergleichen gingen die Europäer immerhin fünf Mal als Sieger hervor.

Je 12 Spieler gehören zu einem Ryder Cup-Team. 10 qualifizieren sich automatisch innerhalb eines Jahres nach einem Punktesystem der jeweiligen Kontinent-Geldrangliste. Der von einem Gremium der Professional Golf Association (PGA) bestimmte Kapitän vergibt dazu zwei Wild Cards, die er nach eigenem Ermessen verteilt. Curtis Strange betreut die USA, Sam Torrance (Schottland) das Team Europa. 2004 möchte Deutschlands Ausnahmegolfer Bernhard Langer, der bereits zum zehnten Mal dabei ist, dieses Amt übernehmen.

Insgesamt werden beim Ryder Cup 28 Punkte vergeben: 16 Zähler bei den acht Foursomes (Vierer) und acht Fourballs (Bestball), die auf Freitag und Samstag verteilt werden; 12 Zähler am Sonntag im Einzel Mann gegen Mann. Bei den Foursomes wechseln sich die Zweier-Teams über eine Runde bei den Drives (Abschlägen) und weiteren Annäherungen bis zum Putt ins Loch ab. Beim Bestball spielt jeder Einzelne seinen Ball auf den 18 Fairways bis ins Loch. Das jeweils beste Ergebnis des Paares wird gewertet, bei gleicher Schlagzahl der Punkt geteilt.

Der Höhepunkt des Ryder Cups sind die Spiele am Sonntag im Lochspiel Mann gegen Mann. Die Runde ist beendet, sobald der Gegner auf den verbleibenden Löchern nicht mehr aufholen kann. Die Punkte aus allen drei Wettbewerben werden zum Gesamtergebnis addiert. Dem Titelverteidiger - in diesem Fall die USA - reicht zum Sieg ein Remis. Der Herausforder muss mindestens einen halben Punkt mehr zum Gewinn erreichen. Für alle Tage gilt, dass der Kapitän bestimmt, welche Spieler wann und wo antreten oder pausieren.

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