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Gonzales Nachfolger von US-Justizminister Ashcroft

US-Präsident George W. Bush hat eine Woche nach seinem Wahlsieg mit der Kabinettsumbildung begonnen. Er ernannte nach Informationen des US-Senders CNN am Mittwoch seinen Rechtsberater Alberto Gonzales zum Nachfolger des bisherigen US-Justizministers John Ashcroft.

dpa WASHINGTON. US-Präsident George W. Bush hat eine Woche nach seinem Wahlsieg mit der Kabinettsumbildung begonnen. Er ernannte nach Informationen des US-Senders CNN am Mittwoch seinen Rechtsberater Alberto Gonzales zum Nachfolger des bisherigen US-Justizministers John Ashcroft.

Dieser hatte ebenso wie US-Handelsminister Don Evans am Vortag sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Gonzales wäre der erste US-Justizminister aus der wachsenden Bevölkerungsgruppe der "Latinos", den aus Lateinamerika stammenden Amerikanern. Der 49-Jährige gilt als moderater als Ashcroft und langjähriger Freund von Bush aus ihrer gemeinsamen Zeit in Texas. Er stammt aus einer ärmlichen Familie mexikanischen Ursprungs, absolvierte die Harvard-Universität und war Mitglied des Obersten Gerichtshofes in Texas, dem Heimatstaat von Präsident Bush.

Ashcroft war in den USA wegen seiner Anti-Terror-Maßnahmen ein besonders umstrittenes Regierungsmitglied. Der Rücktritt des 62-Jährigen, der dieses Jahr auch erhebliche gesundheitliche Probleme hatte, kam ebenso wie die Entscheidung Evans nicht unerwartet.

Ashcroft hatte in einem fünfseitigen handschriftlichen Brief an Bush auf Erfolge im Bemühen um die Sicherheit der Amerikaner vor Kriminalität und Terror verwiesen. Gewaltverbrechen in den USA seien während seiner vierjährigen Amtszeit auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren gesunken. Nun aber sei der richtige Zeitpunkt gekommen für eine "neue Führung und frische Inspiration" im Justizministerium, so Ashcroft, der zur christlichen Rechten in den USA gehört. Bush betonte, dass Ashcroft unermüdlich daran gearbeitet habe, Amerika sicherer zu machen.

US-Menschenrechtsgruppen hatten Ashcroft vor allem wegen des vom Justizministerium durchgesetzten "Patriot Act" kritisiert, der die Aussetzung zahlreicher Bürgerrechte im Kampf gegen mutmaßliche Teroristen ermöglicht. Den Ermittlungsbehörden war es demnach erlaubt, Bibliotheken auf die Verleihpraxis zu überprüfen, Telefonate abzuhören, private Briefe zu lesen sowie ausländische Verdächtige länger ohne Verfahren festzuhalten.

Handelsminister Evans (58), den Bush in der vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung "einen meiner Freunde und engsten Berater" nennt, will nach seinen eigenen Worten wieder in seine Heimat Texas zurückkehren. Als einer der Kandidaten für die Nachfolge wurde der Finanzchef von Bushs Wahlkampfteam, Mercer Reynolds, genannt.

Nach den ersten Veränderungen im Kabinett wächst die Spannung vor den zentralen Personalfragen im zweiten Kabinett von Bush. Dabei geht es um die Zukunft von Außenminister Colin Powell und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld - für beide Posten werden Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz genannt.

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