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Google-Börsengang fällt kleiner aus

Die US-Internetfirma Google muss ihre hohen Preisvorstellungen für den Börsengang drastisch stutzen.

dpa NEW YORK. Die US-Internetfirma Google muss ihre hohen Preisvorstellungen für den Börsengang drastisch stutzen.

Während der Betreiber der weltgrößten Internetsuchmaschine auch am Mittwoch noch auf die Freigabe durch die Börsenaufsicht SEC wartete, gab Google bekannt, dass eine Aktie nun nur noch zwischen 85 bis 95 $ kosten soll; bislang hatte sich Google zwischen 108 und 135 $ pro Aktie versprochen. Außerdem reduzierte Google die Zahl der auszugebenden Aktien von mehr als 25,7 Mill. auf 19,6 Mill. Stück.

Damit schrumpft das Volumen der Emission auf eine Spanne zwischen knapp 1,7 bis 1,9 Mrd. $ nach bislang 2,8 bis 3,5 Mrd. $. Legt man die jeweils erhofften Höchstpreise zugrunde, bedeutet dies eine Senkung der Preiserwartungen von 29,6 % und bei den angestrebten Niedrigstpreisen einen Abschlag von 21,3 %.

Börsenbeobachter sehen in den stark reduzierten Preiserwartungen und der viel geringeren Zahl der zum Verkauf kommenden Aktien einen klaren Hinweis, dass die bisherigen Google-Preiserwartungen viel zu hoch waren. "Der neue Preis ist ein Schritt hin zu mehr Realismus - aber er liegt immer noch weit jenseits jeder Realität", zitiert die Nachrichtenagentur "Bloomberg" einen Fondsmanager.

Der Gesamtwert der 271,2 Mill. Aktien des Unternehmens würde bei einem Preis von 95 $ bei 25,8 Mrd. $ liegen gegenüber rund 36 Mrd. $ bei dem bisher erwarteten Höchstpreis von 135 $ je Aktie. Bei einem Verkaufspreis von 85 $ je Aktie wäre Google insgesamt immerhin noch 23 Mrd. $ wert oder ebenso viel wie General Motors, der weltgrößte Autokonzern.

Google selbst will wie zuvor 14,14 Mill. Aktien bei der Auktion verkaufen. Die bisherigen Aktionäre wollen angesichts des neuen Preisrahmens aber nur rund 5,5 Mill. Google-Aktien anbieten gegenüber bisher 11,55 Mill. Stück. Außerdem haben die Google - Aktionäre den "Underwriters", also den die Auktion begleitenden Investmentbanken, außerdem eine Mehrzuteilungsoption über weitere 2,9 Mill. Aktien gegeben.

Die Google-Gründer Larry Page (31) und Sergey Brin (30) sowie der Google-Konzernchef Eric Schmidt werden zwar trotz der stark reduzierten Preisrahmens gemessen an ihren Gesamtbeteiligungen an Google voraussichtlich Milliardäre sobald die Auktion beendet ist. Sie haben aber ihre geplanten Aktienverkäufe im Zuge der Versteigerung jetzt halbiert. Einige Frühinvestoren der ersten Stunde haben momentan ganz auf Aktienverkäufe verzichtet. Dies geht aus dem von Google erneut revidierten gewaltigen Unterlagenpaket für die Verkaufsgenehmigung bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC hervor.

Google hat bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC beantragt, die Registrierungsunterlagen für den Börsengang am Mittwoch um 16 Uhr Ortszeit (22 Uhr Mesz) für effektiv zu deklarieren. Ursprünglich hatte Google die Verkaufsgenehmigung für Dienstag 16 Uhr Ortszeit beantragt.

Eine solche Genehmigung der Aufsichtsbehörde ist zum Verkauf der Aktien notwendig. Die Auktion soll geschlossen werden, sobald die Registrierung für effektiv erklärt wurde. Die Kaufinteressenten haben bis dahin die Möglichkeit, ihre Gebote zu überprüfen, sie zurückzuziehen oder neue einzureichen. Danach kann dann die Feststellung des tatsächlichen Verkaufspreises erfolgen zu dem die Interessenten, die zu diesem Preis oder darüber geboten hatten, den Zuschlag erhalten. Die Google-Aktien sollen dann an der Nasdaq-Börse unter dem Aktiensymbol "Goog" notiert werden.

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