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Google-Börsengang stößt auf Kritik - Ausschluss der Ausländer

(dpa-AFX) Frankfurt - Mit dem Börsengang des Internetsuchdienstes Google gerät die seit Jahren spektakulärste Aktienplatzierung zunehmend in die Kritik der Analysten. Nicht nur die hohe Preisspanne von 108 bis 135 Dollar wird von Experten zum Teil heftig hinterfragt. Auch die ungewöhnliche Vorgehensweise des Unternehmens bei der Festsetzung des Emissionspreises stößt auf Skepsis.

(dpa-AFX) Frankfurt - Mit dem Börsengang des Internetsuchdienstes Google gerät die seit Jahren spektakulärste Aktienplatzierung zunehmend in die Kritik der Analysten. Nicht nur die hohe Preisspanne von 108 bis 135 Dollar wird von Experten zum Teil heftig hinterfragt. Auch die ungewöhnliche Vorgehensweise des Unternehmens bei der Festsetzung des Emissionspreises stößt auf Skepsis.

Neben dem Preis sorgt auch das geplante Auktionsverfahren für Kopfschütteln bei den Analysten. "Das Google-Management geht mit einer Arroganz vor, die an die schlimmsten Zeiten der Börsenblase Ende der 90er Jahre erinnert", sagte Fondsanalyst Kai Wiecking vom Münchener Analysehaus Morningstar. Der medienwirksame Börsengang ist so organisiert, dass nur US-Bürger und Großinvestoren teilnehmen können.

Bieten Über 'IPO.Google.COM'

Mittlerweile hat Google eine eigene Internetseite eingerichtet, auf der Investoren die neuen Aktien zeichnen können. Mit dem Auktionsverfahren soll der endgültige Ausgabepreis der neuen Aktie bis Ende Sommer oder Anfang Herbst festgelegt werden. Das Verfahren bedient die höchsten Bieter zuerst und verteilt dann die restlichen Aktien absteigend auf die niedrigeren Gebote. Ein Verfahren, das es nach Einschätzung des Analysten Markus Sander von der Privatbank Sal. Oppenheim "so noch nicht gegeben hat."

Schon auf der Startseite von "ipo.google.com" wird klar: Der interssierte Kleinanleger muss Bürger der Vereinigten Staaten sein, um die neuen Aktien zeichnen zu dürfen. Um das sicherzustellen, wird im Verlauf des Anmeldeverfahrens nach der Sozialversicherungs- und der Steuernummer des potentiellen Aktionärs gefragt. Google begründet den Ausschluss der Ausländer damit, dass es zu umständlich gewesen sei, die ausländischen Aufsichtsregeln zu berücksichtigen. "Das Unternehmen will mit dem Auktionsverfahren alle Bieter gleich stellen und möglichst viele Privatanleger gewinnen", sagte Analyst Sander.

Investmentfonds Halten Sich Zurück

Die starke Medienpräsens des Google Börsengangs weckt aber auch bei deutschen Privatanlegern Begehrlichkeiten nach den neuen Aktien. "Das Interesse der Kunden ist da", sagte eine Sprecherin der Dresdner Bank. Für den deutschen Anleger bleibt aber nur der Weg über einen Aktienfonds, wenn er beim Börsengang von Google zumindest indirekt teilnehmen will. Führende deutsche Investmentfonds hielten sich allerdings mit Aussagen zurück. Die Union-Investment könne zwar die neuen Aktien zeichnen. Ein Sprecher wollte aber keine Angaben machen, ob sich die Fondsgesellschaften der Volks- und Raiffeisenbanken an dem Börsengang beteiligen wird.

Überhaupt dürfte sich das Engagement der deutschen Investmentfonds in Grenzen halten, sagte Fondsanalyst Wiecking. Allenfalls kleinere Engagements seien denkbar, um mögliche Zeichungsgewinne beim Google-Börsengang mitzunehmen. Für Frank Lingohr von Lingohr & Partner kommt jedenfalls kein Investment in Frage. Der Google-Preis sei schlicht und ergreifend zu hoch./jkr/mw/z

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