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Google-Börsengang verzögert sich - Noch keine SEC-Genehmigung

Der mit Spannung erwartete Börsengang der weltgrößten Internetsuchmaschinen-Firma Google verzögert sich. Die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) gab vorerst doch kein grünes Licht, so dass die in einer Auktion angebotenenen Google-Aktien noch nicht wie vom Unternehmen erhofft am Mittwoch an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Aktienzeichen "Goog.NAS" gehandelt werden können.

dpa-afx NEW YORK. Der mit Spannung erwartete Börsengang der weltgrößten Internetsuchmaschinen-Firma Google verzögert sich. Die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) gab vorerst doch kein grünes Licht, so dass die in einer Auktion angebotenenen Google-Aktien noch nicht wie vom Unternehmen erhofft am Mittwoch an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Aktienzeichen "Goog.NAS" gehandelt werden können.

Mit einem geschätzten Erlös von bis zu 3,5 Mrd. $ soll der Börsengang von Google einer der größten der vergangenen Jahre werden. Doch der Termin verschob sich schon mehrfach, zuletzt wegen Problemen bei der Registrierung institutioneller Anleger und von Belegschaftsaktien.

Google hatte am Montagabend bei der SEC die Registrierung der umfangreichen Unterlagen für eine Neuemission von 25,7 Mill. Aktien beantragt und gebeten, diese bis Dienstag um 16 Uhr (Ortszeit) zu erteilen. SEC-Sprecher John Heine hatte dann am Abend jedoch mitgeteilt, die Entscheidung werde am Dienstag nicht mehr gefällt. Die Effektiverklärung der Aufsichtsbehörde ist für eine Erstemission von Aktien amerikanischer Unternehmen und deren Verkauf an Interessenten notwendig.

Spekulationen

An der Wall Street gab es Spekulationen über die Verzögerung. Die SEC und Google gaben keine Erläuterungen ab. Es ist nach Darstellung von Wertpapierexperten möglich, dass sich die SEC einfach mehr Zeit bei der Überprüfung der umfangreichen und mehrfach geänderten Unterlagen lassen wollte. Es sei auch denkbar, dass die SEC zusätzliche Informationen haben wolle.

Die Preisspanne für seine knapp 26 Mill. Aktien hatte Google zwischen 108 und 135 $ veranschlagt. Allerdings hatte es im Vorfeld des Börsengangs massive Kritik an der Art, wie das Unternehmen das Vorhaben handhabte und an dem Preis der Aktie gegeben. Dieser wird von vielen als zu hoch eingestuft.

Pannen

Die Auktion war für Google von zahlreichen Pannen begleitet. So haben die SEC und bundesstaatliche Aufsichtsbehörden inzwischen eine informelle Prüfung im Zusammenhang mit einem Aktienoptionsprogramm von Google eingeleitet. Das Unternehmen hatte vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass es möglicherweise mehr als 23 Mill. Aktien und 5,6 Mill. Aktienoptionen illegal ausgegeben habe.

Überschattet wurde der Börsengang zudem durch ein Interview der beiden Unternehmensgründer Sergej Brin und Larry Page mit der Zeitschrift "Playboy". Weil das Interview möglicherweise gegen die staatlichen Schweigevorschriften während des langwierigen Börsengangs verstoßen hatte, musste Google in der jüngsten Version seiner Emissionsunterlagen an die SEC dessen Inhalt im genauen Wortlaut einbringen.

Auktion Begann AM Freitag

Google selbst will bei dem Börsengang 14,14 Mill. Aktien verkaufen, während existierende Google-Aktionäre 11,55 Mill. Aktien unterbringen wollen. Sollte der angestrebte Preisrahmen erreicht werden, würde dies je nach tatsächlichem Verkaufskurs einen Gesamtemissionswert zwischen 2,8 Mrd. $ und 3,5 Mrd. $ (2,8 Mrd Euro) bedeuten. Es wird allerdings nur ein kleiner Teil aller Google-Aktien bei dem Börsengang an freie Aktionäre verkauft. Google hat nach der Emission insgesamt 271,2 Mill. Aktien ausstehen. Der Gesamtwert aller Google-Aktien könnte bei Erreichen des Höchstpreises bis zu 36 Mrd. $ erreichen.

Google hatte Ende vergangener Woche mit der Annahme von Geboten für seine Aktien begonnen. Ab Freitag konnten Interessenten für Google-Aktien, die sich bis Donnerstagabend registrieren ließen, für die Zuteilung mitbieten. Dabei mussten die Bieter die gewünschte Menge und den Preis nennen, den sie zu zahlen bereit sind. Aus dem Auktionsverfahren wird dann der endgültige Ausgabepreis für die Papiere ermittelt. Insgesamt wird die Aktienauktion von 28 Investmentbanken begleitet. Dazu zählt auch die Deutsche Bank Securities.

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