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Google und der Rest der Welt

Es ist die PR-Schule, erste Stunde: Wenn Dich ein Journalist anschießt, schießt nicht mit einem größeren Kaliber zurück. Kann das bitte mal jemand Google erzählen?

Es ist die PR-Schule, erste Stunde: Wenn Dich ein Journalist anschießt, schießt nicht mit einem größeren Kaliber zurück. Kann das bitte mal jemand Google erzählen?

Die Geschichte, die Adam Penenberg für "Wired" erzählt, ist fast zu lehrbuchhaft um wahr zu sein.

Ein Medium verfasst einen leidlich kritischen Artikel über ein Unternehmen. Dieses Unternehmen ist ein Liebling der Börse, ein Star - und offensichtlich dünnhäutig. Dem Medium wird erklärt, vorerst werde niemand aus dem Unternehmen mehr mit ihm reden.

So passierte es dem IT-Infodienst Cnet mit Google.

Dabei hatte einer seiner Schreiber etwas sehr offensichtliches gemacht: Er googelte Google-Chef Eric Schmidt. Nach einer halben Stunde hatte er dessen geschätztes Privatvermögen von 1,5 Milliarden Dollar, seinen Gewinn aus Aktienverkäufen im laufenden Jahr von 140 Millionen Dollar, seinen Heimatort Atherton, sein Hobby Fliegen und seinen Besuch bei einem Kunstfestival.

Dass ein Journalist so viel privates - wenn auch öffentliches, und noch dazu über Schmidts eigenes Unternehmen zugängliches - Material veröffentlichte, machte Google sauer. Und prompt reagierte man so, wie man nicht reagieren sollte.

Die Arroganz Googles kann aber nicht wirklich überraschen. Schon zum Börsengang zeigte man mit aller Deutlichkeit mit einem undurchschaubaren Auktionsverfahren, dass der Rest der Welt eigentlich ziemlich egal ist. Noch steigt der Kurs weiter - man darf gespannt sein, wann es Google so ergeht wie so vielen anderen Internet-Unternehmen, die glaubten über ihnen stehe höchstens noch... ja, ich sag mal... Nichts.

Rausgekommen ist das ganze übrigens, weil Cnet jetzt bei jeder Google-Meldung schreibt:
"Google could not be immediately reached for comment. (Google representatives have instituted a policy of not talking with CNET News.com reporters until July 2006 in response to privacy issues raised by a previous story.)"

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