Archiv
«Gorch Fock» führt Windjammerparade zur Kieler Woche anDPA-Datum: 2004-06-26 14:32:39

Kiel (dpa) - Mit der traditionellen Windjammerparade hat die Kieler Woche am heutigen Sonnabend ihren maritimen Höhepunkt erlebt. Zehntausende Besucher beobachteten von den Förde-Ufern aus bei zunächst regnerischem Wetter das Defilee der 110 Groß- und Traditionssegler.

Kiel (dpa) - Mit der traditionellen Windjammerparade hat die Kieler Woche am heutigen Sonnabend ihren maritimen Höhepunkt erlebt. Zehntausende Besucher beobachteten von den Förde-Ufern aus bei zunächst regnerischem Wetter das Defilee der 110 Groß- und Traditionssegler.

Stolz und zum Teil unter Segeln führte das deutsche Marineschulschiff «Gorch Fock» am vorletzten Tag einer weitgehend verregneten Kieler Woche bei frischem Westwind die Parade an. Mit an Bord des Dreimasters war Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD). «Ich genieße das», sagte die Regierungschefin, die sich nur auf großen Schiffen sicher fühlt. «Ich kann nicht segeln», gestand Simonis. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) musste aus gesundheitlichen Gründen absagen, er bekam einen Kartengruß von Bord. Auch der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, den Struck eingeladen hatte, machte den Törn mit.

Unter der Regie von Paradedirektor Kapitän Michael Schmenner verließen die Gaffel- und Toppsegelschoner, Barken, Brigantinen, Briggs und Vollschiffe gegen 9.30 Uhr ihre Liegeplätze und ordneten sich in zehn Gruppen zur Paradeformation an. Angeführt wurden sie jeweils von Großseglern wie der ukrainischen «Khersones», der russischen «Krusenstern» und der deutschen «Alexander von Humboldt». Der russische Viermaster «Sedov» sollte auch dabei sein, doch der mit 117,5 Metern Länge größte Traditionssegler der Welt schaffte es nicht rechtzeitig aus St. Petersburg nach Kiel: Es wehte zu starker Westwind.

Um 11.00 Uhr gab der Paradedirektor von der «Gorch Fock» per Funk das Signal zum Start für die Schiffe aus elf Nationen. Am Ende fuhr Gruppe aus Motorschiffen und Dampfern, den Abschluss bildete der Eisbrecher «Stettin». Gegen 12.30 kehrte die «Gorch Fock» in Richtung Innenförde um, die Paradeformation löste sich auf.

Ein Teil der Schiffe fuhr mit Gästen an Bord hinaus zu den Regattabahnen, andere steuerten für die restlichen anderthalb Tage der Kieler Woche zurück. Für die «Gorch Fock» war die Rückfahrt schwieriger als die Tour hinaus, denn Kommandant Fregattenkapitän Michael Brühn musste die Bark durch ein Gewirr von Schiffen und Booten zum Heimathafen bringen. Ein Hoffnungsschimmer kam schließlich «von ganz oben»: «Ist das etwa Sonne?», fragte staunend Simonis.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%