Gore: Bush vertritt nur Interessen der Wirtschaft
US-Wahlkampf wird schärfer

Die Republikaner führen in Umfragen mit elf Prozentpunkten vor den Demokraten.

ap CHICAGO/DETROIT. Nach dem Nominierungsparteitag der Republikaner nimmt der US-Wahlkampf an Schärfe zu. Am Wochenende übten die beiden Präsidentschaftskandidaten aneinander heftige Kritik. Der Vizepräsident und demokratische Bewerber Al Gore warf seinem republikanischen Herausforderer George W. Bush vor, nur den Interessen der Wirtschaft zu dienen. "Sie (die Republikaner) sind für die Mächtigen da und wir für das Volk", sagte der Vizepräsident in Chicago. Bush kritisierte dagegen, sein Rivale sei zögerlich und familienfeindlich. In zwei Umfragen lag Bush unterdessen elf Prozentpunkte vor Gore.

Bush forderte ein Streitgespräch mit Gore. Dieser sei zwar ein guter Redner, das wichtigste bei einer Diskussion sei jedoch, zu wissen, was man wolle, erklärte Bush bei einer dreitägigen Wahlkampftour in Detroit.

Unterdessen betonte Gore am Samstag in Washington vor Vertretern des Nationalen Polizeiverbands, derzeit gebe es den am längsten anhaltenden Rückgang von Verbrechen in den USA. Er kündigte an, während des Wahlkampfs unter anderem die Themen Umwelt, soziale Reformen, Steuersenkung und Gesundheitsfürsorge in den Vordergrund zu rücken.

US-Präsident Bill Clinton unterstützte Gore. In einer Rede in Hyannis Port im US-Staat Massachusetts betonte Clinton, die Republikaner hätten die USA bis 1992 in eine Notlage gesteuert. Er selbst habe nach seinem Amtsantritt dann alles getan, um das Land aus der Krise zu führen.

Bush liegt laut einer am Samstag veröffentlichten Wahlumfrage der Zeitschrift "Newsweek" mit 49 % klar in Führung. Gore kam nur auf 38 %. Fünf Prozent der 817 Befragten gaben an, für den Kandidaten der Grünen Partei, Ralph Nader, zu stimmen, für den erzkonservativen Pat Buchanan entschieden sich ein Prozent. In einer Umfrage des Fernsehsenders NBC führte Bush ebenfalls mit elf Prozentpunkten Vorsprung.

Bush war auf dem am vergangenen Donnerstag beendeten Parteitag der Republikaner offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert worden. Die Demokraten werden Gore auf ihrem Parteitag vom 14. bis 17. August in Los Angeles offiziell küren. Die Präsidentenwahl ist am 7. November.

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