Gore soll Wahlniederlage anerkennen
Öffentliche Meinung wendet sich gegen Gore

Laut einer Umfrage sind mittlerweile 56 % der amerikanischen Bevölkerung dafür, dass Gore seine Wahlniederlage anerkenne. In der vergangenen Woche waren es noch 46 %.

ap/dpa-afx WASHINGTON. Die öffentliche Meinung hat sich in den letzten Tagen zu Gunsten des republikanischen Kandidaten George W. Bush gewandelt. Bei einer Umfrage im Auftrag von CNN, USA Today und Gallup waren 56 % der Meinung, Gore solle seine Wahlniederlage anerkennen - in der vergangenen Woche forderten dies nur 46 %. Bushs Sprecher Ari Fleischer kritisierte, Gore habe in seiner Fernsehansprache nichts Neues zu sagen gehabt. Der republikanische Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Dick Cheney, warnte vor den Auswirkungen des Rechtsstreits auf die Arbeit der künftigen Regierung. Bush könne sich nicht ordentlich auf die Amtsübernahme vorbereiten, weil die Clinton-Regierung ihm die dazu notwendigen Mittel verweigere, sagte Cheney.

Wenngleich Gore am Montagabend versuchte, Zuversicht zu verbreiten, mischte sich mitunter ein fatalistischer Ton in seine Rede. "Wenn das Volk am Ende nicht mich gewählt hat, dann sei es so. Das Ergebnis wird fair sein, und das Volk hat gesprochen." Er fügte hinzu: "Wenn es mich gewählt hat, dann sei es so. Ich würde mich dann verpflichtet fühlen, das Land zusammenzubringen. Was immer aber der Ausgang sein mag: Lasst das Volk entscheiden und lasst uns zuhören." Im Rücken Gores standen etwa ein Dutzend amerikanischer Fahnen.

Gore fechtet Wahlergebnis in drei Wahlbezirken an

Gores Anwälte reichten am Montagmittag (Ortszeit) bei einem Gericht in Leon County in der Hauptstadt Tallahassee einen entsprechenden Schriftsatz zur Anfechtung der Wahl ein. Dabei geht es um die drei Wahlbezirke Miami-Dade, Palm Beach und Nassau.

Hier haben sich die Demokraten zusätzliche Stimmen erhofft. Die Wahlkommission von Miami-Dade hatte wegen Zeitdrucks ihre Handauszählung aber eingestellt, nachdem Gore bereits 157 Stimmen hinzu gewonnen hatte. Dem Innenministerium gemeldet wurde das Ergebnis einer früheren maschinellen Auszählung. Die Demokraten wollen nun erreichen, dass insgesamt 10 000 strittige Wahlzettel doch noch geprüft, zumindest aber Gore die bei der Handauszählung bereits hinzu gewonnenen 157 Stimmen zuerkannt werden.

Palm Beach hatte seine Handauszählung bis zum Ablauf der Meldefrist am Sonntagabend nicht abgeschlossen und Harris um etwas mehr Zeit gebeten. Sie lehnte aber ab und wertete nur das Ergebnis einer voraus gegangenen maschinellen Neuauszählung. Den Demokraten zufolge sind Gore damit über 200 Stimmen entgangen, möglicherweise sogar noch weitaus mehr, da bei der Auszählung ungerechtfertigt strikte Regeln angewendet worden seien.

In Nassau wollen die Demokraten die Wertung von Ergebnissen einer Handauszählung erreichen, die Gore einen Zugewinn von 52 Stimmen beschert hatte. Die Wahlkommission des Bezirks hatte sich entschieden, die Resultate einer maschinellen Auszählung an Harris zu melden.

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