Gore will Wahl anfechten
Vorsprung von Bush wird klitzeklein

Der Republikaner hat nach der Neuauszählung der meisten Wahlbezirke nur noch 341 Stimmen mehr als Al Gore. Der demokratische Kandidat kündigte unterdessen an, das er einen Wahlsieg von George W. Bush nicht akzeptieren werde.

dpa-afx/rtr. WASHINGTON: Der Vorsprung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten George W. Bush in Florida schrumpft offensichtlich weiter. Nach Angaben von US-Fernsehsendern führt Bush nach Neuauszählung von 62 der 67 Wahlbezirke nur noch mit 341 Stimmen vor dem demokratischen Kandidaten Al Gore. Nach Auszählung von 45 Bezirken hatte Bush laut Wahlkommission noch mit 1.663 Stimmen vorne gelegen. Neue offizielle Zahlen wurden gegen Mitternacht (MEZ) erwartet.

Vom Ausgang der Neuauszählung in Florida, wo 25 Wahlmännerstimmen vergeben werden, hängt ab, ob Bush oder Gore Präsident der Vereinigten Staaten werden. Zur Zeit kann Gore mit 260 Wahlmänner rechnen, Bush mit 246. Für einen Sieg werden jedoch mindestens 270 Wahlmännerstimmen benötigt. Zuvor war klar geworden, dass Al Gore das Ergebnis der Nachzählung im US-Bundesstaat Florida offenbar anfechten will. William Daley, der Wahlkampfleiter Gores, sagte am Donnerstag, Gore werde weder das Ergebnis noch einen Wahlsieg seines Gegenkandidaten George W. Bush akzeptieren. Es könne nicht angehen, dass technische Fragen den Ausgang der Präsidentenwahl bestimmten, sagte Daley, noch vor der für den späten Abend erwarteten Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses der Nachzählung in 67 Bezirken in Florida.

Die Nachzählung war nötig geworden, weil beide Kandidaten in der Wahlnacht im wahlentscheidenden Bundesstaat Florida praktisch gleichauf gelegen hatten.

Daley kündigte an, die örtliche Demokratische Partei werde eine Nachzählung per Hand in vier Bezirken von Florida verlangen. Die Stimmen wurden bisher per Computer ausgezählt. In Florida entscheiden insgesamt 25 Wahlmännerstimmen über Sieg oder Niederlage der Kandidaten. Außerdem werde sich das Wahlkampfteam hinter die Klagen von Wählern stellen, nachdem in Palm Beach rund 20 000 Stimmzettel mutmaßlicher Gore-Wähler für ungültig erklärt worden seien. Der Abstand zwischen Bush und Gore hatte nach der Erstzählung in Florida nur rund 1700 Stimmen zu Gunsten des Republikaners Bush ausgemacht.



Empört äußerte sich Daley darüber, dass Bush, noch bevor das Ergebnis aus Tallahassee vorlag, sich von seinem Wahlkampfteam bereits zum Sieger habe erklären lassen. Auch die Vorbereitung einer Kabinettsliste sei voreilig und berge zudem die Gefahr einer politischen Spaltung der amerikanischen Wähler, warnte Daley vor Journalisten. In West-Palm Beach demonstrierten derweil mehrere Hundert Wähler. Sie forderten eine Neuwahl, weil ihre Stimmzettel missverständlich gewesen seien.

Einige Links zur amerikanischen Präsidentschaftswahl

Noch mehr Informationen, Analysen über den Wahlausgang und Gegenüberstellungen der beiden Kandidaten finden Sie unter
www.voter.com: Umfrageergebnisse und erste Hochrechnungen
www.georgebush.com: Offizielle Homepage von George Bush
www.algore.com: Offizielle Homepage von Al Gore
www.clerkweb.house.gov: Informationen über 100 Jahre Präsidentschaftswahlen in den USA
www.usinfo.state.gov: Amtliche Analysen und Berichte des amerikanischen Außenministeriums

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