„Gott gibt alles, was wir brauchen"
Deutsche Pilgerfamilie verirrte sich in der Wüste

Pilgerfamilie auf Irrfahrt: Eine achtköpfige Familie ist mit einem Kleinwagen auf dem Weg nach Jerusalem monatelang quer durch die afrikanische Wüste geirrt.

HB OFFENBURG. Deutsche Diplomaten in Mali (Nord-West-Afrika) machten der Odyssee nun ein Ende, wie die Polizei Offenburg am Montag mitteilte. Die Familie lebte unter dem Motto "Gott gibt alles, was wir brauchen." Seit Februar galt die Familie als vermisst. Die Eltern hatten ihre Kinder am Mittag von der Schule und vom Kindergarten abgeholt und dann ihre Reise begonnen. Lehrer und Erzieher wurden über die Pläne nicht informiert. In Marokko, Mauretanien und Senegal fiel der Fiat Panda mit Offenburger Kennzeichen Einheimischen und Touristen auf. Der Vater erklärte, er wolle auf dem Weg nach Jerusalem die Wüste durchqueren.

Nach einer monatelangen Irrfahrt wurde die Familie schließlich in Mali entdeckt und von Mitarbeitern der Deutschen Botschaft aufgegriffen. Die Kinder waren nach Polizeiangaben in einem heruntergekommenen Zustand, trugen nur noch Lumpen und mussten betteln gehen. Während der Fahrt hatte die Mutter ein Kind zur Welt gebracht. Weil das Geld knapp geworden war, hatte der Vater seinen Kleinwagen verkaufen müssen. Um eine internationale Fahndung zu ermöglichen, war den Eltern zuvor das Sorgerecht entzogen worden. Die deutsche Botschaft organisierte inzwischen eine Rückkehr der Familie. Die Kinder sollen auch künftig bei den Eltern leben dürfen, teilte die Polizei mit. Das Jugendamt werde die Familie aber verstärkt überwachen. Die Kinder waren zuvor für kurze Zeit in Pflegefamilien untergebracht gewesen. Details über die Familie wie Nationalität, Religionszugehörigkeit und Alter der Kinder wurden zunächst nicht bekannt.

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