Gotthardtunnel bleibt zwei bis sechs Monate gesperrt
Noch 35 Menschen nach Tunnelbrand vermisst

Vier Tage nach dem Inferno im Schweizer Gotthardtunnel werden noch 35 Menschen vermisst. Die Zahl der bestätigten Todesopfer wird von den Behörden mit elf angegeben. Zu ihrem Gedenken hielt der Tessiner Bischof Giuseppe Torti eine Trauermesse in Airolo.

ap AIROLO. Von den zehn geborgenen Opfern konnten bisher neun identifiziert werden. Es handelt sich um vier Deutsche, zwei Franzosen sowie je einen Schweizer, einen Italiener und einen Türken.

Die mehr als 300 Mann der Bergungskräfte legten nach viertägigem Einsatz rund um die Uhr am Sonntag eine Pause ein. Am Vorabend waren die Arbeiten zur Sicherung der so genannten "roten Zone" abgeschlossen worden, wo am vergangenen Mittwoch nach der Frontalkollision zweier Lastwagen ein Inferno ausgebrochen war.

Decke und Wände des Tunnels wurden von Technikern und Bauspezialisten mit Metallstützen gesichert. Für Montag sind weitere Überprüfungen der rund 50 Meter langen Zone hinsichtlich Stabilität, Luftqualität und Feuergefahr geplant. Dort waren zwölf Fahrzeuge bei einer Hitze von 1200 Grad zusammengeschmolzen.

Die eigentlichen Reparaturarbeiten im Gotthardtunnel können nicht vor Mitte November beginnen. Die Tessiner Behörden rechnen mit einer Sperre von zwei bis sechs Monaten. Akute Verkehrsprobleme gab es am Wochenende in der Schweiz nicht. Das schöne Wetter ermöglichte problemlose Fahrten über den Gotthardpass. Die neue Autoverladung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) war am Wochenende zu 30 Prozent ausgelastet. Auch auf der weiter östlich gelegenen Strecke über den San Bernardino blieben Verkehrsbehinderungen aus.

Die Tessiner Finanz- und Wirtschaftsdirektorin Marina Masoni kündigte ein Hilfsgesuch für die Tessiner Wirtschaft in Bern an. Weder sie noch die Verantwortlichen der Tessiner Fremdenverkehrsverbände machten aber auf Alarmstimmung.

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