Gouverneur ruft Kalifornier zum Stromsparen auf
Kalifornien wird notfalls eigene Kraftwerke bauen

Der US-Bundesstaat Kalifornien will seiner Energiekrise notfalls mit dem Bau eigener Kraftwerke begegnen. "Wenn die privaten Anbieter es nicht schaffen, die in Kalifornien benötigten Kraftwerke zu bauen, dann werden wir es selbst tun", sagte Gouverneur Gray Davis am späten Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Fernsehansprache.

dpa-afx SAN FRANCISCO. Zugleich kündigte der Gouverneur eine Erhöhung der Strompreise an. Die durchschnittliche Gebühr solle um 26,5 % steigen, während Vielverbraucher im Durchschnitt 34,5 % mehr bezahlen sollen. "Mehr als die Hälfte" der kalifornischen Stromkunden würde jedoch "keinen Penny mehr zahlen" müssen. Erst im vergangenen Winter war ein Aufschlag von 9 % eingeführt worden.

Davis sagte, sein Plan sehe außerdem die Wiederherstellung der Finanzstabilität der Versorgerunternehmen vor. Voraussetzung dafür sei, dass diese preiswerten geregelten Strom an den Staat für eine Dauer von zehn Jahren liefern. Die privaten Anbieter sollen ausserdem ihre Übertragungssysteme an den Staat verkaufen und ihre Klage auf Verdoppelung der Strompreise zurückziehen.

Davis erneuerte außerdem seine Aufforderung an die Kalifornier zum Stromsparen. Die Preise würden nicht fallen und die Stromlieferung nicht wirklich zuverlässig werden, so lange nicht mehr Energie erzeugt als konsumiert werde.

Energie war in dem US-Staat durch eine misslungene Deregulierungs-Politik knapp geworden. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung waren die Strompreise auf dem freien Markt über Erwarten gestiegen. Die Stromversorger stehen am Rand des Bankrotts, weil sie die höheren Kosten nicht an die Verbraucher weiter geben durften. Hinzu kommt, dass in Kalifornien durch scharfe Umweltbestimmungen in den vergangenen zehn Jahren keine Kraftwerke mehr gebaut wurden.

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