GPRS-Technik erlaubt schnellere Datenübertragung per Handy
Mobiles Surfen im Internet zunächst nur mit halber Kraft

ap BONN. Wer sein Handy an den Laptop anschließt und im Internet nach Informationen sucht, wird nur mit sehr viel Zeit zum Ziel kommen. Grund ist die langsame Datengeschwindigkeit im herkömmlichen GSM-Netz. Grafisch anspruchsvolle Webseiten bedeuten große Datenmengen. Entsprechend langsam ist der Seitenaufbau bisher.

Das soll ab 1. Februar im Netz der Telekom-Tochter T-Mobil besser werden. Bei T-D1 wird die neue Technik GPRS eingeführt. Eigentlich war das schon für September 2000 angekündigt, aber immerhin soll die schnelle Übertragung ab Februar sofort im ganzen Bundesgebiet zur Verfügung stehen, wie T-Mobil-Chef Rene Obermann versichert.

Ein Schönheitsfehler ist freilich die zunächst gebotene Geschwindigkeit. GPRS (General Packet Radio Service) beschleunigt die Datenübertragung per Handy von bisher 9 600 Bit pro Sekunde (bps) zunächst nur auf etwa 20 000 bps. Der Grund dafür liegt darin, dass die bislang verfügbaren Endgeräte nicht schneller können. Die Telekom hat über 20 000 dieser Handys des Herstellers Motorola auf Lager und will sie erst einmal an die Kunden bringen.

Sobald bessere Handys auf den Markt kommen - T-Mobil rechnet damit für das zweite Quartal 2001 - soll die Geschwindigkeit von GPRS auf 40 000 bps hochgeschaltet werden. Somit ist der Internetzugang per Handy und Laptop künftig zumindest annähernd mit ISDN-Geschwindigkeit möglich. Bei ISDN beträgt die normale Datenrate 64 000 Bit pro Sekunde. Die nur wenige Monate `alten" GPRS-Handys der ersten Serie sind dann allerdings schon wieder überholt. Es sei allgemein bekannt, dass die Innovationsgeschwindigkeit in diesem Sektor sehr hoch sei, hieß es dazu von Seiten der Telekom-Tochterfirma.

Preisgestaltung zielt auf WAP-Dienste

Auch von der Preisgestaltung her ist eine Internet-Nutzung per GPRS in den ersten Betriebsmonaten des neuen Systems noch nicht anzuraten. Die Tarife sind vorerst auf die Nutzung des WAP-Dienstes ausgerichtet. WAP bietet speziell für die Nutzung auf den winzigen Bildschirmen der Handys abgespeckte Internet-Inhalte. Da dies auch entsprechend kleinere Datenmengen bedeutet, ist die Übertragung schneller und preiswerter.

Bei GPRS wird Datenübertragung erstmals nicht mehr nach Zeittakt abgerechnet, sondern nach Menge. Der Tarif sieht entweder 49 Pfennig pro Nutzungstag plus 69 Pfennig pro übertragenen zehn Kilobyte vor oder einen monatlichen Grundpreis von 19,95 Mark plus 19 Pfennig pro zehn Kilobyte. Wird mit dem GPRS-Handy normal telefoniert, bleibt es beim gewöhnlichen Zeittakt für das Gespräch.

Mit zehn Kilobyte ließen sich zwei bis sechs WAP-Seiten je nach enthaltener Grafikmenge übertragen, erklärten die Fachleute von T-Mobil. Im normalen Internet kommt man damit nicht weit: Eine gewöhnliche Web-Seite kann leicht mehrere hunderte Kilobyte groß sein. Ein digitales Bild, wie es die Fotoreporter der Nachrichtenagenturen schon heute per Handy in die Zentralredaktionen übermitteln, ist etwa 500 Kilobyte groß. Obermann kündigte für das zweite Quartal bereits günstigere Preise für die Internetnutzung per GPRS an.

Auch Konkurrent D2-Vodafone will GPRS einführen, kann nach Angaben eines Sprechers aber noch keinen Termin nennen. Der Telekom-Konkurrent sieht GPRS vor allem als Produkt für den Massenmarkt in der WAP-Nutzung, die dadurch billiger werden könne. Für Geschäftskunden biete sich dagegen die HSCSD-Technik an, die nach einem anderen Prinzip als GPRS ebenfalls höhere Datengeschwindigkeiten ermögliche.

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