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Graf beeindruckt noch immer: 6:1, 7:5 über Sabatini

Steffi Graf hat fünf Jahre nach ihrem Abschied vom Profi-Tennis noch einmal ihr einmaliges Können demonstriert: Bei einem Schaukampf in Berlin ließ sie ihrer einstigen Dauerrivalin Gabriela Sabatini keine Chance und besiegte die Argentinierin 6:1, 7:5.

dpa BERLIN. Steffi Graf hat fünf Jahre nach ihrem Abschied vom Profi-Tennis noch einmal ihr einmaliges Können demonstriert: Bei einem Schaukampf in Berlin ließ sie ihrer einstigen Dauerrivalin Gabriela Sabatini keine Chance und besiegte die Argentinierin 6:1, 7:5.

Offiziell 6 500 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle feierten die 35-Jährige, die in ihrer Karriere 23 Grand-Slam-Titel gewinnen konnte und nach vielen Verletzungen am 13. August 1999 ihren Rücktritt verkündet hatte.

"Ich war wahnsinnig nervös, weil ich ja nur sechs Wochen zum Vorbereiten hatte. Ich war aber überrascht, wie einfach und locker es dann war", sagte Steffi Graf. "Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht." Gabriela Sabatini vermutete gemeinsames Training mit Ehemann Andre Agassi als Grund für Steffi Grafs guten Auftritt und gestand: "Ich bin wahnsinnig müde, ganz ehrlich."

Steffi Graf hatte zuletzt am Rande der US Open für ihre einmalige Rückkehr auf den Tennisplatz trainiert. Einen Auftritt im Mixed mit Agassi bei einem Grand-Slam-Turnier hatte die zweifache Mutter immer abgelehnt. Dass sie ebenso wie die mittlerweile fast 48-jährige Martina Navratilova zumindest in diesem Wettbewerb mithalten könnte, zeigte sie gegen Gabriela Sabatini, der sie zu aktiven Zeiten 40 Mal gegenüber stand. Schon damals hatte die Brühlerin 29 dieser Vergleiche gewonnen.

Mit der präzisen Vorhand punktete Steffi Graf immer wieder so wie in alten Zeiten, die unterschnittene Rückhand - ein mittlerweile fast in Vergessenheit geratener Schlag - setzte sie ebenso wie Sabatini regelmäßig ein. Die 34-Jährige aus Buenos Aires hatte zwar Probleme mit ihrem Aufschlag, fand nach etwas Anlaufzeit aber besser in die Partie und forderte vor allem mit ihrer Rückhand ebenfalls oft den Beifall heraus. Im zweiten Satz führte Gabriela Sabatini 4:1, ehe die sehr fit wirkende Steffi Graf wieder einen Gang zulegte und nach ihrem ersten Matchball erneut gefeiert wurde. Für die musikalische Einstimmung hatte Popstar Robin Gibb gesorgt, der Ex-Bee-Gee sang unter anderem seine Hits "Stayin' Alive" und "You Win Again".

Am Vormittag war der Centre Court des Berliner Lttc Rot-Weiß, aus dem das Spiel wegen Witterungsgründen verlegt worden war, feierlich in Steffi-Graf-Stadion umbenannt worden. Auf dem Platz im Grunewald werden die German Open ausgetragen, Steffi Graf ist mit neun Erfolgen Rekordsiegerin des Turniers, das sie 1986 im Finale gegen Martina Navratilova erstmals gewonnen hatte. "Das war eine Riesenauszeichnung. Ich bin ja erst 35", sagte sie dazu.

Die German Open finden in der jetzigen Form 2005 allerdings zum letzten Mal in Berlin statt, der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat das Turnier nach Katar verkauft. Zu den Ehrengästen beim Spiel und der Feier, bei der Steffi Graf selbst nicht das Wort ergriff, gehörten auch Bundesinnenminister Otto Schily sowie der frühere DTB-Präsident Claus Stauder.

Die Berliner Veranstalter hatten sich jahrelang vergeblich um eine Zusage von Steffi Graf für die Namensänderung bemüht. Zur Ehrung unter dem Motto "Danke, Steffi" gehörtauch ein Festbankett und ein Wohltätigkeits-Fußballspiel. Die Erlöse fließen in die Steffi-Graf-Stiftung. Sie setzt sich für Kinder ein, die von den Folgen von Krieg und Gewalt betroffen sind.

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