Grand Slam vor Augen
Tiger Woods auf dem Weg zur Legende

Mit seiner Führung beim US Open in Farmingdale/New York ist der amerikanische Golfstar auf dem besten Weg, zum ersten Mal alle vier Major-Turniere innerhalb eines Jahres zu gewinnen - und damit Golf-Geschichte zu schreiben.

dpa FARMINGDALE/FRANKFURT/MAIN. Das «Monster vom Bethpage Park» im Griff und den ersten Grand Slam-Titel der Golf-Geschichte im Auge: Tiger Woods zeigte schon mit seiner 67er-Auftaktrunde bei der 102. US Open in Farmingdale/New York der Konkurrenz auf dem Par 70- Blackcourse die Fersen und übernahm die alleinige Führung beim zweiten Major-Turnier des Jahres. Auch Bernhard Langer konnte den Spuren des Tigers mit seiner 72er-Runde nicht folgen, überraschte aber am Donnerstag auf dem längsten und schwierigsten US Open-Platz der Historie mit dem geteilten 25. Rang.

5 000 Sicherheitskräfte unter den 40 000 Zuschauer sorgten - rund 50 km von Manhattan und New York entfernt - für die Kulisse zwischen den erhabenen Grüns und den mit tausenden von Tonnen Sand nachgefüllten Bunkern. Die Spätfolgen des 11. September waren auf dem öffentlichen Platz noch zu spüren, auf dem Jedermann für maximal 39 Dollar spielen oder die Profis mit Argusaugen verfolgen kann.

«Die Atmosphäre ist sehr besonders», sagte Woods, der mit einem Birdie auf dem letzten Grün und der «Becker-Faust» zum Zeichen des Triumphs die Führung vor dem Spanier Sergio Garcia (68) übernahm. Die übrige Konkurrenz war mehr oder weniger tief beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, mit der der Tiger über den Platz huschte. Nur 6 der 156 in dem Weltklassefeld waren in Runde 1 in der Lage, den Platzstandard von 70 Schlägen zu brechen. 15 hatten 80 und mehr Schläge auf ihrer Scorekarte. Titelverteidiger Retief Goosen (Südafrika) quälte sich mit 79 Schlägen über den 6596 m langen Kurs auf Long Island.

«Was kann mir besseres passieren, als mit einem Birdie aufzuhören?» freute sich Woods. Der Sieger von bisher sieben Majors seit 1997 ist auf dem besten Weg, zum ersten Mal alle vier Major- Turniere innerhalb eines Jahres (Masters, US Open, British Open, US PGA Championship) als erster Golfer überhaupt zu gewinnen. Schon fünf Mal lag der Tiger bei einem seiner letzten zehn Majors nach der 1. Runde vorn und gewann wie 2 000 die US Open in Pebble Beach und die US PGA Championship in Valhalla.

«Ich denke nicht an den Grand Slam, sondern focussiere mich auf morgen», schob Woods voreilige Gratulanten ab, «es ist ein unglaublich schwerer Kurs, der einem alles abverlangt.» Jeder Schlag sei eine Herausforderung. Zum Ausruhen bliebe keine Zeit, und wenn man auf die unglaublich schwierigen Grüns komme, würde die Arbeit erst richtig anfangen.

Auch Garcia konnte ein Lied von der Kärrnerarbeit im fußtiefen, dicken Gras (Rough) an den Fairways und auf den superschnellen Grüns singen. «So etwas habe ich noch nicht erlebt», meinte der 22-jährige «Heißsporn», dem seine Freundin Martina Hingis - fernab von den Tennisplätzen der Welt - mit mentaler Hilfe zur Seite stand.

Langer überraschend unter Top 30

Bernhard Langer dagegen kämpfte nach seiner bisher wie eine Achterbahnfahrt verlaufenen Formkurve der Saison gegen den eigenen Schatten. «Wenn ich den Cut schaffe, bin ich schon einigermaßen zufrieden» hatte der 44-Jahre alte Anhausener noch vor dem ersten Abschlag geunkt. Nach 10 verpassten Cuts bei der US Open seit 1982 und Rang 40 im Jahr 2001 zählt der Schwabe das Turnier nicht gerade zu seinen Favoriten.

Aber am Donnerstag zeigte Langer als einer der Ältesten im Feld, wie gut der zweimalige Masters-Sieger mit dem für ihn «viel zu langen Platz» zurecht kam. Mit einem Birdie und drei Bogeys verschaffte er sich auf dem mit Höchstschwierigkeiten gespickten «Monster»-Platz eine solide Basis für die 2. Runde.

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