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Grauer Freitag

Alle Freitage wieder. Nachdem vergangene Woche Intel durch eine Gewinnwarnung die Weltbörsen ins Wanken brachte, ist jetzt Apple an der Reihe.

Der Computer-Riese schockte Anleger und Analysten gestern nachbörslich mit einer Gewinnwarnung. Im vierten Quartal werde Apple 30 bis 33 Cents Gewinn pro Aktie erzielen, deutlich weniger als die von den Analysten im Schnitt erwarteten 45 Cents. Der Kurs der Apple-Aktie halbierte sich daraufhin nachbörslich, ein Trend der sich vorbörslich fortsetzt. Der Umsatz sei im September auf allen Märkten geringer ausgefallen als erwartet. Anfang des Herbstes gilt in der Regel als besonders umsatzstark, da sowohl das Schuljahr als auch das neue Uni-Semester beginnen. Besonders der Verkauf des neuen Apple-Modells PowerMac Cube lief schlechter als erwartet. Analysten sind sich bislang uneinig, ob die Apple-Warnung als Signal für eine allgemeine Schwäche der Computer-Branche gewertet werden kann.



Ein Marktteilnehmer bemerkte lapidar: "Der PC-Markt ist verdammt". Die Apple-Warnung könnte den gesamten Computer- und Technologiebereich zum Wochenschluss sinken lassen. Betroffen sind vor allem Dell, Compaq und IBM.



Auch Intel hat heute keine guten Karten. Unbestätigten Berichten zufolge gerät der weltgrößte Chiphersteller mit der Auslieferung seiner neuen Pentium IV Prozessor in Verzug. PC Hersteller haben daher nicht mehr genügend Zeit ihre Modelle mit den neuen 1,4 Ghz Prozessoren rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertigzustellen.



Am Freitag Vormittag deutet sich an, dass die Ölpreise wieder leicht anziehen. Der Himmel über Transportaktien dürfte weiterhin verhangen bleiben. Gewinnwarnungen bestätigen den Trend.



Airbone Freight, der drittgrößte Expresslieferservice, warnt vor einem schwächeren, dritten Quartal. Geringeres Wachstum in den USA sowie hohe Benzinkosten werden als Begründung genannt. Wie das Unternehmen mitteilt, dürfte der Verlust zwischen fünf bis zehn Cents pro Aktie liegen. Die Konsensschätzungen lagen ursprünglich bei einem Plus von 28 Cents pro Aktie. Damit warnt Airborne bereits zum dritten mal in vier Quartalen vor schwächeren Zahlen. Die große Preisfrage lautet nun, kämpft Airborne mit einem unternehmensspezifischen Problem, oder müssen auch Firmen wie UPS und FedEx mit einem schwächeren Quartal rechnen.



Auch die Fluggesellschaft United Airlines warnt vor einem schwächeren dritten Quartal. Zudem könnte das vierte Quartal unter den Erwartungen ausfallen. Höhere Kerosinpreise werden in erster Linie verantwortlich gemacht. Zudem hätten Arbeitsniederlegungen die Umsatzzahlen belastet.



Voraussichtlich muss heute Boeing einige Federn lassen. Airbus hat den weltgrößten Flughersteller ausgestochen und hat den Auftrag über den Bau des weltgrößten Passagierflugzeugs an sich gerissen. Auftraggeber ist Singapur Airlines, der das neue 550 Modell besser gefiel, als die Stretchversion der Boeing 747 mit nur 516 Sitzen.



Mattel

fällt vorbörslich. Der weltgrößte Spielzeughersteller möchte seine Abteilung Learning Co. abstoßen. Zudem wird das Unternehmen Personal abbauen und die Quartalsdividende reduzieren, um wieder profitabel operieren zu können. Kosmetik scheint nötig zu sein, denn der Marktwert ist um 43 Prozent abgerutscht.

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