Grauer Markt
Klare Regeln nötig

Lange Zeit hat sich der Druck aufgebaut, jetzt zeigt er Wirkung: Der Graue Markt im Aktienhandel muss verboten, zumindest aber klaren Regeln unterworfen werden, fordern unisono Banker, Aktionärsschützer und Politiker. Das ist starker Tobak für ein Marktsegment, in dem Anleger die Anteilsscheine von Börsenkandidaten bereits vor der Erstnotiz kaufen und verkaufen können.

Auf den ersten Blick überrascht die Reaktion. Denn grundsätzlich sollten Märkte immer dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage überlassen werden. Das gilt auch für diesen Bereich des nicht regulierten Telefonhandels. Eigentlich müssten die Anleger wissen, auf welch gewagtes Spiel sie sich am so genannten Graumarkt einlassen. Doch die (Börsen)Welt ist manchmal nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick aussieht. Grundsätzlich sind Spekulanten - und am Grauen Markt handelt es sich eindeutig um diese Anlegerspezies - gut und notwendig für die Börse. Sie glätten Kursbewegungen und stellen sich gegen den allgemeinen Trend. Spekulanten erwerben beispielsweise Aktien, wenn andere verkaufen.

Doch im vorbörslichen Handel liegt die Sache anders. Hier gibt es noch gar keine Aktien. Lediglich die Konsortialführer einer Emission haben in Abstimmung mit dem Börsenkandidaten eine Preisspanne vorgegeben, die sie nach der Überprüfung der Bilanzen, Analysen ihrer Researchteams und Gesprächen mit Profianlegern als fair, sinnvoll und machbar erachten. Wenn nun der in Deutschland stark beachtete, aber intransparente Telefonhandel zu völlig anderen Ergebnissen gelangt, dann wirft dies große Probleme auf. Manipulationen sind Tür und Tor geöffnet. Wer weiß denn schon, was wirklich hinter rasant steigenden Kursen steht? Wie hoch sind die Umsätze? Und, und, und. Es wäre deshalb nur zu begrüßen, wenn der Gesetzgeber klare, transparente Regeln für den Graumarkt vorgibt - zum Nutzen aller.

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