Gravierende Pflichtverletzung eines Hausbesitzers nach Wasserschaden: Wer arglistig täuscht, verliert Versicherungsschutz

Gravierende Pflichtverletzung eines Hausbesitzers nach Wasserschaden
Wer arglistig täuscht, verliert Versicherungsschutz

Versicherungsbetrüger riskieren auch dann ihren gesamten Versicherungsschutz, wenn ein Teil ihrer Ansprüche gerechtfertigt ist.

HB/dpa KOBLENZ. Das geht aus einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil des Koblenzer Oberlandesgerichts hervor. Der Versicherte müsse sich in einem solchen Fall den Vorwurf der arglistigen Täuschung gefallen lassen. Das habe zur Folge, dass die Versicherung auch den versicherten Schaden nicht regulieren müsse (Az.: 10 U 1787/01).

Das Gericht wies mit seinem grundlegenden Urteil die Zahlungsklage eines Hauseigentümers ab. In dessen Haus war es wegen der Verstopfung eines Schmutzwasserrohres zu Schäden in den Kellerräumen gekommen.

Der Hauseigentümer teilte das der Versicherung ordnungsgemäß mit. Als kurze Zeit später bei einem Unwetter Erdreich durch einen Lichtschacht in die Kellerräume eindrang, versuchte der Hausbesitzer, auch diesen Schaden dem verstopften Wasserrohr zuzuschreiben. Der Hintergrund: Gegen Schäden, die von Niederschlägen verursacht werden, war der Hausbesitzer nicht versichert.

Als die Versicherung den Schwindel bemerkte, weigerte sie sich, auch den Leitungswasserschaden zu regulieren. Die Richter hielten die Weigerung für berechtigt. Die arglistige Täuschung des Hauseigentümers sei eine so gravierende Pflichtverletzung, dass der Versicherung auch eine Zahlung des an sich versicherten Schadens nicht zumutbar sei.

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