Greenpeace kritisiert Konsens als Volksverdummung
Grüne wollen Garant für Atomausstieg bleiben

Die Grünen wollen auch nach der Bundestagswahl Garant für den Atomausstieg bleiben. Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, nannte die geplante Unterzeichnung des Atomkonsenses mit der Industrie am Montagabend ein wichtiges Datum.

ap BERLIN. Um den Ausstieg auch künftig voranzutreiben, sei es wichtig, dass die Grünen nach der Bundestagswahl in der Regierung blieben, sagte Roth in Berlin. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Ausstiegsvereinbarung als Volksverdummung. Roth sagte, die Grünen müssten demonstrieren, was ihr Anteil an der Politik der Bundesregierung sei. Die Abschaltung der Atomkraftwerke sei der Grünen-Beitrag zum Ausstieg aus einer unverantwortlichen Energie.

Ein Jahr nach dem Verhandlungsdurchbruch sollte die Unterzeichnung des Atomausstiegs am Abend mit der Unterschrift der Bundesregierung und der Stromkonzerne besiegelt werden. Der Konsens sieht vor, dass die 19 deutschen Kernkraftwerke noch 2 600 Terawattstunden (2 600 Mrd. Kilowattstunden) Strom produzieren dürfen. Ein Enddatum für die Abschaltung ist nicht vorgesehen. Rechnerisch ergibt sich eine durchschnittliche Laufzeit von 32 Jahren und ein Zeitrahmen bis etwa 2021, bis das letzte Kraftwerk vom Netz geht.

Greenpeace-Aktivisten betonierten vor den Parteizentrale der Grünen und der SPD je ein "Mahnmal für die Opfer deutscher Atompolitik" mit radioaktivem Sand aus Sellafield und La Hague ins Pflaster. Kinder im Umkreis der beiden Anlagen, in denen deutscher Atommüll wiederaufbereitet wird, erkrankten häufiger an Blutkrebs als andere, hieß es in einer Erklärung der Umweltschutzorganisation.

Greenpeace-Sprecher Karsten Smid forderte die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke und ein Ende der Atomtransporte nach Sellafield und La Hague. Die Energieexpertin von Greenpeace, Susanne Ochse, nannte den Atomkonsens ein Placebo für die Bevölkerung.

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