Greenpeace warnt vor neuen Risiken
Kritik an Krediten für Tschernobyl-Ersatzreaktoren in der Ukraine

Angesichts der Abschaltung des letzten Reaktorblocks von Tschernobyl haben Politiker und Umweltschützer die Finanzierung von Ersatzreaktoren in der Ukraine mit westlichen Krediten kritisiert. Die Stilllegung von Tschernobyl sei zwar "ein guter Tag", sagte die energiepolitische Sprecherin der Grünen - Bundestagsfraktion, Michaele Hustedt, am Freitag im Südwestrundfunk. Die Ersatzreaktoren entsprächen aber nicht deutschen Sicherheitsstandards. Die Bundesregierung werde keine Hermesbürgschaften für die Reaktoren geben. Die Hilfe für die Ukraine müsse in Investitionen ins Stromnetz fließen, etwa in Regler und Zähler.

dpa BERLIN. Der Greenpeace-Atomexperte Veit Bürger warnte vor den Risiken der neuen Reaktoren. "Man ersetzt Tschernobyl durch zwei neue potenzielle Tschernobyls", sagte er im Potsdamer Rundfunksender Radio Eins. Die westliche Hilfe solle in den "Energiesparbereich" in der Ukraine investiert werden. Auch der abgeschaltete Tschernobyl-Reaktor berge noch "Risikopotenzial". Die PDS bezeichnete die Abschaltung von Tschernobyl mehr als 14 Jahre nach dem Unglück als "längst überfälligen Schritt".

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Anatoli Ponomarenko, rechnet mit einer Fertigstellung der Ersatzreaktoren in Chmelnizki und Rowno in zwei Jahren. Im Deutschlandfunk sagte er, mit den Milliardenkrediten aus dem Westen müsse zusätzlich Gas und Kohle aus dem Ausland gekauft werden. Er stellte in Aussicht, dass die Ukraine mittelfristig ein alternatives Energiekonzept entwickeln werde. Derzeit fehlten Alternativen zur Kernkraft. Die Förderung von Energie aus Wind und Wasser sei zu teuer.

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