Greenspan-Äußerungen drücken weiter auf die Stimmung
Unsicherheit vor Bilanzsaison belastet Wall Street

Die Unsicherheit der Anleger vor Beginn der Bilanzsaison in dieser Woche hat nach Händlerangaben die New Yorker Aktienmärkte am Montag belastet. Die Investoren befürchteten, dass die bisherigen Kursgewinne übertrieben gewesen seien und stellten sich auf die möglicherweise schwächste Bilanzsaison seit rund einem Jahrzehnt ein, sagten Börsianer. Auch die geringere Gewichtung von Aktien im US-Portfolio des Brokerhauses Merrill Lynch habe die Stimmung am Markt gedrückt.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones fiel bis gegen 20.55 UHR MEZ um 0,57 % auf 9 930 Punkte, der Nasdaq-Index gab um 1,15 % auf 1 999 Zähler deutlich stärker nach. Der breiter gefasste S&P-Index verlor 0,28 % auf 1 142 Zähler.

Die US-Investmentbank Merrill Lynch nahm am Montag den Anteil der Aktien in ihrem US-Portfolio auf 50 von 60 % zurückgenommen und den Anteil der Bonds auf 30 von bisher 20 % angehoben. "Das ist einer der Gründe, warum wir heute nach unten gehen", sagte Brian Pears, Chef des Aktienhandels bei Victor Capital Management.

Bereits am Freitag hatten die US-Börsen mit Kursverlusten auf die Warnung von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor kurzfristig weiter bestehenden Konjunkturrisiken reagiert. Der Dow-Jones-Index war daraufhin unter die 10 000er Marke gerutscht. Doch seit ihrem Tiefpunkt im Sog der Anschläge vom 11. September haben die US-Aktien wieder kräftig gewonnen. Der Nasdaq-Index ist seither um fast 45 %, der Dow-Jones-Index um 22 % und der S&P-500-Index um 19 % gestiegen. In dieser Woche stehen zahlreiche Quartalsbilanzen an, darunter die von führenden Technologieunternehmen wie Microsoft und Intel.

Unter den Blue Chips gaben die Titel des Computerkonzerns IBM um 2,44 % auf 117,37 Dollar nach. Das Unternehmen hatte den Abschluss seiner Übernahme der kalifornischen CrossWorld Software im Volumen von 129 Mill. Dollar mitgeteilt. Die Titel des Konglomerats Tyco stiegen um 4,66 % auf 52,59 Dollar. Das Unternehmen hatte am Freitag nach US-Börsenschluss Spekulationen zurückgewiesen, es sei an einer Übernahme des Mischkonzerns Honeywell International interessiert. Die Aktien des Unternehmens verloren am Montag rund drei Prozent auf 32,26 Dollar.

Der größte prozentuale Verlierer an der Nasdaq waren die Titel des Biotechnologiekonzerns Miravant Technologies, die 73,6 % auf 2,57 Dollar einbrachen. Das Unternehmen hatte zuvor über enttäuschende Ergebnisse der dritten Testphase eines neuen Medikaments berichtet.



Ölaktien gaben im Zuge des niedrigeren Rohölpreises ebenfalls nach. Die Titel der Schlumberger Ltd verloren 0,58 % auf 51,12 Dollar. Die Aktien des größten unabhängigen Öl- und Gasproduzenten der USA, Anadarko Petroleum, holten im Verlauf ihre Verluste weitgehend auf und notierten mit einem Plus von 0,31 % auf 49,07 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der Gewinn im vierten Quartal dürfte unter den Erwartungen der Analysten ausfallen.

Die Aktien des angeschlagenen US-Discounters Kmart gaben rund zwölf Prozent auf 2,91 Dollar nach. Am Freitag nach US-Börsenschluss hatte die Ratingagentur Moody's die Bewertung ungesicherter Kmart-Schuldtitel auf "junk" heruntergestuft.

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