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Greenspan enttäuscht Anleger

Negative Unternehmensnachrichten aus dem Finanz- und Technologiebereich belasten die US-Aktienmärkte zur Wochenmitte. Das Quartalsergebnis von AOL-Time sorgt im Internetsektor für negative Impulse. Die Umsatzzahlen des Mediengiganten blieben im zweiten Quartal hinter den Erwartungen der Experten zurück.

Vor allem Soft- und Hardwaretitel büßen an Wert ein. Zudem zeigen sich die Marktteilnehmer über die Rede von Notenbank-Chef Alan Greenspan vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses enttäuscht. Der Nasdaq Index baute seinen Verlust am Vormittag auf über zwei Prozent aus. Der Dow Jones Index rutscht fast ein Prozent in die Verlustzone.

Die Anleger zeigen sich enttäuscht über Alan Greenspans Rede vor den US-Finanzausschuss in Washington. Greenspan hat in seinem halbjährlichen Rechenschaftsbericht zum Stand der Konjunktur und Geldpolitik zwar weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen. Doch sie dürften nach Aussage des Zins-Häuptlings nur als Notlösung gelten, um die US-Wirtschaft vor einer weiteren Abkühlung zu bewahren. Der künftige Konjunkturverlauf sei nach wie vor nicht genau zu prognostizieren. So könne unter anderem der Verlauf der Kapitalinvestitionen ein anhaltendes Problem darstellen. Zudem seien die Zinsen bereits erheblich gesenkt worden. Greenspan fügte hinzu, dass das Risiko einer aufkommenden Inflation auch weiterhin unter Kontrolle bleiben sollte. Im kommenden Jahr sei mit einem Wirtschaftswachstum von 3 bis 3,25 Prozent zu rechnen, begleitet von einer Inflationsrate in der Spanne von 1,75 bis 2,5 Prozent. Der Aktienmarkt reagiert auf die Kommentare des Notenbankers mit Kursverlusten. Die Marktteilnehmer vermuten, dass Greenspan mit seinen Kommentaren das mögliche Ende der Zinssenkungsrunde angedeutet hat. Um so stärker warten die Anleger auf die Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Doch damit kann der US-Markt heute nur vereinzelt dienen.

Den Computer- und Chipsektor setzen vor allem die Quartalsergebnisse von Apple und Intel unter Druck. Beide Konzerne konnten die Gewinnerwartungen der Analysten für das vergangene Quartal zwar übertreffen. Doch minderten die rückläufige Gewinn- und Umsatzentwicklung als auch die verhaltenen Prognosen für das laufende Quartal die Freude.

Auch der Softwaresektor bleibt nicht von schlechten Nachrichten verschont. Veritas Software, spezialisiert auf Computerprogramme für Datenspeicher, hat die Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr bereits zum zweiten Mal reduziert. Real Networks schließt sich dem Trend an. Der Hersteller von Software für Internet-Player warnte die Anleger ebenfalls vor enttäuschenden Quartalszahlen, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen der Analysten um einen Cent verfehlte. Möglicherweise wird Real Networks im dritten Quartal keinen Gewinn erzielen. Die Aktie rutscht im Handel über 20 Prozent ins Minus.

Umstrukturierungsmaßnahmen bei American Express bringen den Finanzsektor ins Wanken. Der Finanzdienstleister will bis zu 5000 Arbeitsplätze abbauen. Die Umstrukturierungsmaßnahmen werden das Unternehmen mindestens 310 Millionen Dollar kosten. Gleichzeitig wird das Unternehmen 826 Millionen Dollar an Vorsteuern für Verluste aus Junk Bond-Geschäften zahlen müssen. Auch die Aktie der Citigroup und Bank of America notieren schwächer.

Stärker notiert dagegen die Aktie von RF Micro Devices. Der Hersteller von Chips für den Mobiltelefonbereich will den Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal um zehn Prozent steigern. Das gefällt den Anlegern. Getränkehersteller Coca Cola konnte den Gewinn im zweiten Quartal dagegen um 21 Prozent steigern.

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