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Greenspan-Rede enttäuscht

In seiner Rede vor dem Haushaltsausschuss hat der US Notenbank-Chef Alan Greenspan keinerlei Andeutungen gemacht, dass er die Leitzinsen in allernächster Zukunft senkt.

Nach Greenspans Meinung belaste das niedrige Verbrauchervertrauen die Konsumentenausgaben nicht so stark wie erwartet. Eine Zinssenkung noch in dieser Woche wird daher unwahrscheinlich. Die Wirtschaft würde sich weiter zwar abkühlen, doch ist die Konjunkur gegenüber dem Ende vergangenen Jahres wieder leicht angestiegen. Trotzdem hegt Greenspan größere Befürchtungen vor einer Abkühlung als noch in seiner letzten Rede vor zwei Wochen. Daraufhin kann man schließen, das Greenspan mit seiner Zinspolitik fortfahren wird und eine Reduzierung bei der nächsten Sitzung am 20. März wahrscheinlich ist. Die Börsianer hatten jedoch auf eine prompte Reaktion auf die Indikatoren einer stark rückläufigen Konjunktur gehofft, die sich derzeit häufen.



So verstärken neue Konjunkturdaten die Angst vor einer Rezession. Nachdem das Verbrauchervertrauen im Februar auf den niedrigsten Stand seit Juni 1996 gesunken ist, ging nun auch die Wachstumsrate des US-Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal auf 1,1 Prozent zurück. Es handelt sich um die niedrigste Wachstumsrate seit 1995.



Die Börsen zeigen sich in Folge der Greenspan-Rede enttäuscht. Sowohl der Nasdaq als auch der Dow Jones Index notieren gegen Mittag in der Verlustzone. Bis zum Mittag hat der Dow Jones bereits 150 Punkte verloren. Besonders hart trifft die ausbleibende Zinssenkung die Werte von General Electric und Finanzaktien. Diese Aktien waren in den vergangenen Tagen in Hoffnung auf eine Zinssenkung besonders gestiegen. Die Verliererliste des Dow Jones Indexes führen die Werte von IBM, Honeywell und J.P. Morgan an. An der Nasdaq herrscht der Bär mit JDS Uniphase, Oracle, Qualcomm und Siebel in trauriger Führung.



Auch belasten mehrere Gewinnwarnungen von Chipherstellern den Handel an der Nasdaq. Altera und Komponentenhersteller Avanex werden die Gewinnprognosen verfehlen.



Altera

, der zweitgrößte Hersteller von programmierbaren Chips reduzierte die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr von 94 Cents auf 59 Cents pro Aktie. Der Umsatz solle im laufenden Quartal um 20 Prozent geringer ausfallen als prognostiziert. Die sinkenden Investitionen in Technologie und damit die geringere Nachfrage nach Alteras Produkten soll an den trüben Aussichten Schuld sein. Brokerhaus Lehman Brothers hält an der Einstufung "Market Performer" fest, senkt aber die Gewinnerwartungen für das laufende und das folgende Geschäftsjahr. Xilinx und Elantec notieren ebenfalls in der Verlustzone. Auch Avanex reduziert die Gewinnerwartungen. Der Hersteller von Komponenten für den Glasfaserbereich senkt die Prognosen für das dritte Quartal und das laufende Geschäftsjahr wegen rückläufiger Nachfrage.

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