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Greenspans Rede reicht nicht

Am Nachmittag war die Rally vorbei. Mittags konnte Alan Greenspans Auftritt vor dem Bankenausschuss des Senats die Börsenindizes noch beflügeln. Doch letztlich gab die Rede vom US-Notenbankchef keinen Hinweis darauf, dass Greenspan das Tempo der Zinssenkung in der nächsten Zeit beschleunigen wird. Wenn es sein muss, wird er zwar die Zinsen noch einmal senken. Investoren jedoch hatten sich von der Rede eine deutlichere Stellungnahme versprochen.

Der Dow Index schloss auf 10.903 Punkten. Er verlor 0,4 Prozent. Der Nasdaq Index beendete den Tag auf 2.208 Zählern. Das Technologiebarometer notierte fast 2,5 Prozent unter dem Vortagesniveau.



Nach Greenspans Rede wird die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen nicht so drastisch senken, wie von der Wall Street erwartet. Der Notenbankchef denkt, dass sich die Wirtschaft Ende des Jahres wieder erholen wird. Greenspan rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote von derzeit 4,2 Prozent auf rund 4,5 Prozent bis Ende des Jahres. Pessimismus sei wegen der wirtschaftlichen Lage allerdings unangebracht. Er glaube an anhaltendes Wirtschaftswachstum. Im laufenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt um 2 bis 2,5 Prozent zulegen. Die Notenbank sei sich der Gefahr einer weiteren Wirtschaftsabschwächung bewusst, sagte er. Als Problem stellt Greenspan insbesondere die großen Lagerbestände heraus. Der Einbruch bei der PC-Nachfrage hätte alle Experten überrascht. Doch sei hier eine mittelfristige Erholung zu erwarten. Neue Technologien würden zudem helfen, die Produktivität der Unternehmen zu erhöhen.



Als großer Verlierer ging am Dienstag Intel aus dem Rennen. Das Brokerhaus Credit Suisse hatte den größten Chiphersteller von "kaufen" auf "halten" gestuft. Nach der Analyse wird die Nachfrage für Intels Produkte weiter nachlassen, während die Gewinnspanne geringer wird. Die Experten sehen das Gewinnwachstum nur noch bei 50 bis 55 Prozent. Intel prognostiziert 58 Prozent. Verlieren mussten auch Cisco und Qualcomm. Am Vormittag konnten diese Werte noch kräftig zulegen.



Schwer hatte es auch Pharmabereich. Merck stand auf dem Verliererplatz des Dow Jones Indexes. Kursverluste belasten auch den Wert von Pfizer. Die US-Gesundheitsbehörde hat den Pharmakonzern aufgefordert, die Tests für ein neues Medikament zunächst zu beenden, da bereits bei den Versuchstieren gefährliche Nebenwirkungen festgestellt worden seien. Das Medikament Pregabalin wird bereits am rund 1 000 Patienten gestestet.



Die Nortel Networks Aktie stieg um fast sechs Prozent, nachdem der größte Netzwerkausstatter einen Großauftrag bekannt gegeben hat. Nortel hat einen Auftrag über 274 Millionen Dollar von den drei größten Telekomunternehmen Chinas erhalten. Zudem sehen Experten eine weitere Expansion Nortels auf dem Telekommunikationsmarkt in der Volksrepublik.



Nach Börsenschluss meldete Applied Materials Quartalszahlen. Der weltgrößte Hersteller von Maschinen zur Chipproduktion konnte den Gewinn im ersten Quartal um 71 Prozent steigern. Das Unternehmen schlägt mit einem Gewinn von 66 Cents pro Aktie die Erwartungen der Analysten um fast vier Cents. Nachbörslich tendierte der Wert leicht schwächer. Im Vorfeld der Ergebnismeldung notierte das Papier deutlich schwächer.

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