Grenzen zwischen Banken und Versicherungen verflüchtigen sich zunehmend
Allianz ist derzeit nicht an ausländischer Bank interessiert

Die Allianz AG, München, ist nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden, Henning Schulte-Noelle, derzeit nicht an der Übernahme einer ausländischen Bank interessiert. "Es ist nicht unsere Absicht, in Italien, Frankreich oder anderswo eine Bank zu kaufen", sagte Schulte-Noelle am Montag bei einer Veranstaltung der American Chamber of Commerce in Frankfurt.

vwd FRANKFURT. Die erfordere "zuviel Kleingeld". In den USA wäre eine Banken-Übernahme wegen der Unterschiede der europäischen und amerikanischen Marktstrukturen zudem "eine völlig unsinnige Maßnahme".

Die Integration der im Sommer übernommenen Dresdner Bank AG, Frankfurt, bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als "gut, planmäßig und zügig". Er bekräftigte zugleich, dass die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) integraler Bestandteil der Gruppe bleibe. Angesichts der Entwicklung an den Aktienmärkten sei die Entscheidung, DrKW mittelfristig doch nicht aus auszugliedern und an die Börse zu bringen, nachvollziehbar.

Zusammenführung des Investment und Corporate Banking Ansatz "mit innerer Logik"

Dagegen sei die derzeitige Zusammenführung des Investment und Corporate Banking der Dresdner Bank ein Ansatz "mit innerer Logik". Große multinationale und mittelständische Unternehmen hätten einen Bedarf an Investmentprodukten. Dieses Geschäft passe gut in die Gruppe und werde dort auch eine Zukunft haben, betonte Schulte-Noelle.

Die bei der Rentenreform vorgesehene staatliche Förderung der Altersvorsorge sei ein attraktiver Markt, an der der Allfinanzkonzern teilhaben wolle, sagte Schulte-Noelle weiter. In den nächsten 20 Jahren würden Kapitalanlagen in Europa rapide zunehmen. Der für Altersvorsorge gebundene Kapitalstock in den USA betrage derzeit rund 60 % des Bruttoinlandprodukts. In Deutschland seien dies 13 %. "Die derzeitige "Malaise an den Aktienmärkten wird uns dabei nicht weit zurückwerfen", sagte er.

Mit Blick auf die Branche erläuterte der Vorstandsvorsitzende, die Grenzen zwischen Banken und Versicherern verflüchtigten sich zunehmend. Er sieht eine Vielzahl konkurrierender Geschäftsmodelle im Finanzdienstleistungsbereich entstehen. Die Wettbewerber dürften sich dabei entlang der traditionellen Branchenabgrenzung aufstellen.

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